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0 Autor: Markus Hockenbrink

Kristofer Aström - Sinkadus

Sinkadus

Weil gebrochene Herzen nie aus der Mode kommen, wird Kristofer Åströms Discografie immer länger. Und besser?

Wenn man sich einmal an den Gedanken gewöhnt hat, dass musikalischer Seelenbalsam eher nach Akustikballaden klingen soll als nach Slayers „South Of Heaven“, läuft einem früher oder später auch Kristofer Åström über den Weg. Der schwedische Songwriter gilt als Meister der Melancholie, dessen Platten noch das herrenloseste Monster trösten könnten. Seit dem letzten Album ist der geneigte Fan allerdings etwas skeptisch geworden, denn „Rainaway Town“ zeigte nicht nur den ein oder anderen County-Einfluss zu viel, sondern auch anderweitige Anzeichen von Frühvergreisung und Gähneffekt. „Sinkadus“ wetzt die Scharte nun wieder aus. Schon der Titel bedeutet so etwas wie „Obacht!“, und die anwesenden Musiker (u.a. von Logh) geben sich entsprechend aufmerksam und spielfreudig. In Moll, versteht sich. „When Her Eyes Turn Blue“, „Hard To Love“ und der Publikumsfavorit „Me & The Snakes“ zelebrieren einmal mehr den stilvollen Umgang mit allerlei Verdrießlichkeiten, während Åströms Timbre bessere Zeiten verspricht. Schön auch das kitschverdächtige Thin-Lizzy-Cover „A Song For While I’m Away“, das vor dem inneren Auge ein klassisches Thekenpanorama inklusive der Biertränen harter Männer ausbreitet. Der Schutzpatron der Reumütigen hat wieder zugeschlagen, und mal wieder keinen Moment zu früh.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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