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0 Autor: Oliver Schröder

Bob Mould - Life And Times

Life And Times

Nachdem fast jedes seiner späten Soloalben von der Welt schulterzuckend in Empfang genommen wurde, greift Mould nun zum letzten Mittel.

"Workbook" ragt immer noch wie ein geborstener Knochen aus der Songwriter-Wunde, die einfach nicht heilen will, egal wie viele Alben Jahr für Jahr nachgeschoben wurden. Moulds damalige Abkehr von der Aggressivität Hüsker Düs war ein unverblümt ehrlicher Alleingang in Richtung Melodie. Sugar funktionierte zwischenzeitlich als kurzes, heftiges Powerpop-Projekt, das seine Energie aus der kraftvollen Banddynamik schöpfte. Alles Nachfolgende waren mehr oder weniger scharfe Gipsabdrücke von gebrauchten Songstrukturen mit wenig Neuem und viel verbissener Experimentierwut. Workbook" ist anscheinend der Schlüssel zum Rätsel, warum Mould seit Jahren auf der Stelle tritt, das hat er mittlerweile selbst erkannt: „Ich habe mich für ‚Life And Times‘ an meiner damaligen Schreibtechnik orientiert.“ Er scheint tatsächlich das Song-Fließband kurzzeitig zum Stillstand gebracht zu haben. So lässt sich inmitten seiner üblich gewordenen Beinahe-Hits ein kleines Juwel namens "Bad Blood" entdecken, das genau den verletzlichen und verletzten Bob Mould offenbart, der sich schon so lange hinter Gitarrenwänden und Keyboardschichten versteckt hält. Noch sind es wenige kurze Persönlichkeitsblitze, wenn es mehr werden, ist die drohende Belanglosigkeit abgewendet.

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