Zur mobilen Seite wechseln
1 Autor: Markus Hockenbrink

Chad VanGaalen - Soft Airplane

Soft Airplane

Der DIY-Autodidakt ist wieder da und sagt, er hätte diesmal die helleren Farben mitgebracht. Seine Stimme klingt allerdings immer noch ziemlich nach Jenseits.

Wie

genau ein "Soft Airplane" auszusehen hat, wird nicht so ganz klar auf Chad VanGaalens

dritter LP, aber es klingt gerade in Notlande-Situationen erst einmal unheimlich

praktisch. Der Kanadier hat ein Faible für solche Bilder, schmückt seine Cover und

Eigenbau-Videodrehs gerne mit entsprechenden Motiven und nähert sich seiner Kunst gerne

auf naiven Pfaden. Er hat allerdings auch eine Stimme, die sehr an die erste Begegnung

mit Neil Young erinnert und Textzeilen wie "No one knows where we go when we're dead or

when we're dreaming" in ein schummriges Licht taucht. Und damit keine Missverständnisse

aufkommen: VanGaalen-Songs wohnen immer noch eher in den dunklen Ecken des

Märchenwaldes und lassen an Gemütstrübungen und Verbrechen aus Leidenschaft denken.

Auch das Thema Tod geistert mal wieder fleißig durch die Songtitel, während

Kinderzeichnungen von Blut weinenden Totenköpfen das Ganze für Analphabeten

illustrieren. Klar, dass dabei auch so etwas wie Humor herausspringt. Wer so wollüstig

über die Schändung der eigenen Leiche singen kann, bezeichnet auch eine Nachtwanderung

als Sonnenbad. Musikalisch sind die Spielsachen diesmal etwas aufgeräumter, Akkordeon

und Banjo bereichern den Mini-Folk tupfenweise, und auf "Phantom Anthills" wird sogar

richtig gerockt.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 11.5/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Kommentare (1)

Avatar von roughtape roughtape 15.11.2011 | 14:03

Eines der besten low-budget Produktion in meiner Sammlung. Vom Cover bis zum Sound. Alles handgemacht und unverwechselbar. Und jetzt auch endlich auf Vinyl.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.