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0 Autor: Steffen Eisentraut

Red Tape Parade - Ballads Of The Flexible Bullet

Ballads Of The Flexible Bullet

Wie könnte man über Menschen etwas Schlechtes sagen, die dermaßen authentisch rüberkommen?

Die in ihrer (selbstgeschriebenen!) PR-Info nur einen einzigen Superlativ unterbringen („die besten Songs, die wir je geschrieben haben“), und das auch nur mit ironischer Brechung. Die über jeden ihrer ambitionierten – politischen wie persönlichen – Texte ein paar Zeilen zur Entstehungsgeschichte geschrieben haben. Und die dann in diese kleinen Anekdoten noch Helden wie Bad Brains, Dag Nasty oder Propagandhi einbauen. Objektive Kritik ist in der Tat schwer möglich, wenn wie hier Herzblut gleich eimerweise ausgeschüttet wird. Red Tape Parade haben diese Musik in ihrer Jugend lieben gelernt und seitdem nie wieder losgelassen – alle Bandmitglieder waren in etlichen Formationen aktiv. Trotzdem werden sie es schwer haben, für ihr jetziges Schaffen mehr als wohlwollendes Nicken zu ernten. Zwar weiß das Album vor allem in den oldschooligen Uptempo-Passagen mit Energie und Kurzweil zu unterhalten, doch mangelt es den 16 Stücken an herausstechenden Momenten. So welchen wie in „Less Than A Minute“, bei dem Nathan Gray (BSF, The Casting Out) sein Vorzeige-Organ zum Einsatz bringt. Ein ebensolches fehlt Red Tape Parade leider. Schreien kann Sänger Wauz ordentlich, doch die Gesangsparts wirken arg verunglückt. So bleibt die undankbare Aufgabe, den sympathischen Bayern ein „gut gemeint ist nicht durchweg gut“ aufs Zeugnis zu schreiben.

Bewertung: 6/12

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