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0 Autor: Carsten Schumacher

The Dresden Dolls - No, Virginia

No, Virginia

Ein Album, das keins ist, zeigt mit seinen Songs, dass die Dresden Dolls in kreativer Dekadenz aus dem Vollen schöpfen können.

Nein, es ist nicht das dritte Album dieses Quasi-Gegenentwurfs zu den White Stripes. Es ist eigentlich ein Lumpensammler, der durch die jüngste Bandgeschichte fuhr und compilierte, was so liegen blieb: unveröffentlichte Session-Aufnahmen zum letzten Album "Yes, Virginia", alte Demos, ein Japan-Bonustrack und mehr. Wer die letzte DVD der Dresden Dolls, "Live At The Round House", gesehen hat, ist schon in den Genuss der atemlosen Uptempo-Nummer "Lonesome Organist Rapes Page Turner" gekommen und kann sich vorstellen, dass für solche Art von Songs anderswo Tempel gebaut würden. Dass die Dresden Dolls ihrerseits nun einfach alles auf eine Platte zusammenpressen mit dem Vermerk, dass die Songs eigentlich nicht richtig zueinander passen und man daher keinesfalls vom dritten Album sprechen soll, ist in seinem Understatement nach Hören der Tracks eine Frechheit sondergleichen. Der Psychedelic-Furs-Song "Pretty In Pink" erblüht in neuem Leben neben in kraftvoller Schwärmerei verglühenden Eigenkompositionen wie "Ultima Esperanza". Jeder Song ein Hit für sich. Und eben weil dieses Album der Band zu gewürfelt erscheint, wird der Digitalverkauf auch noch mit Bonus Tracks subventioniert. Generös, aber eigentlich völlig unnötig, denn nutzlose Füller sind einfach nicht da. Und das ist, wie gesagt: eigentlich ne Frechheit.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12

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