Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Hauke Hackstein

Someone Still Loves You Boris Yeltsin - Pershing

Pershing

Ihr zweites Album nahmen SSLYBY nicht mehr in den Wohnzimmern und Dachböden ihrer Elternhäuser, jedoch erneut ohne Produzenten und Hilfe von außen auf.

Dabei ist die Produktion etwas glatter geraten, es rumpelt weniger, das schrullige, verstimmte Klavier von "Broom" verschwand weitestgehend aus den Songs, dafür sind die Gitarren präsenter, knackiger und doch kein bisschen unsympathischer. Ohnehin, die unbefangene, unschuldige und doch tiefschürfende Stimmung des Vorgängers konnten sie kein zweites Mal einfangen, zog das Debüt doch all seinen Charme aus der Naivität und der unbedachten Zärtlichkeit der Songs - im heimischen Wohnzimmer auf ein billiges Band gespielt, wurden sie später nur remastered, weil das Label es so wollte. Diese Songs brachten SSLYBY um die ganze Welt. Umso schöner, dass "Pershing" nun in beinah all seinen Momenten genau dort anschließt, wo "Broom" aufhörte. So vereinen Songs wie "Dead Right" oder der kleine Überhit der Platte, "Think I Wanna Die", der in einer gerechten Welt längst Nummer eins wäre, spielerisch die frische und ein wenig schiefe Naivität von Weezers "Pinkerton" und Pavements "Range Life". In den letzten zwei Jahren ist viel bei und um die liebenswerten vier aus Springfield passiert, das musste man "Pershing" einfach anhören. Auch während man "Broom" ganz allein zu kennen und zu lieben schien und der Nachfolger ein wenig breiter gefächert ist - SSLYBY sind und bleiben eine kleine, außergewöhnliche Herzensangelegenheit.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.5/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.