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0 Autor: Jens Mayer

Fire In The Attic - Cum Grano Salis

Cum Grano Salis

Mit ihrem dritten Album beweisen Fire In The Attic endgültig, dass sie nicht nur eine Screamo-Eintagsfliege aus Deutschland waren, sondern eine Band mit Potenzial sind.

Dabei machen sie mit "Cum Grano Salis" auf den ersten Höreindruck gar nicht so viel anders als bisher. Es ist immer noch treibender, moderner Punkrock, mit zwischenzeitlichen Schreiausbrüchen (allerdings ohne Harte-Männer-Doublebass-Attacken, und das ist gut so!) und hymnischen Refrains. Hier wurde vielmehr am Detail gearbeitet, meint in diesem Falle: den Songs. Die sind nämlich so verdammt kompakt, eingängig und abwechslungsreich, dass die 35 Minuten wie im Flug vergehen und dabei reihenweise Hits herumkommen. Der Opener "Electric Arc" ist ein Paradebeispiel: "Burn, burn, baby, burn with us" heißt es da, und vieles – nicht nur die Feuer-Referenz – erinnert an Boysetsfire und die Energie, die sie auf ihrem Abschiedsalbum freisetzen konnten. Neben der Dynamik sind es vor allem auch die tollen Melodien, die auf "Cum Grano Salis" im Minutentakt aus dem Ärmel geschüttelt werden, ob rotzig geradeaus ("Senses Riding Shotgun", "Sleep! Don't Breathe"), melancholisch-ruhig ("Benchwarmer") oder sogar indiepoppig wie in "Fake It Like You Mean It". Auch wenn man das nicht unbedingt noch einmal erwähnen müsste, mit diesem Album erfinden Fire In The Attic sicher das Genre nicht neu, vielmehr zeigen sie, wie man es schaffen kann, eine bestimmte Richtung zu bedienen und trotzdem nicht zu stagnieren. Das haben sie Hunderten von mittelmäßigen wie langweiligen Klonbands voraus. Das wirklich stilvolle Artwork trägt übrigens seinen Teil zur Überzeugung auf ganzer Linie bei, aber das nur am Rande. Auch wenn man in der kurzweiligen Zeit von heute kaum mehr in solchen Kategorien denkt: Es ist für FITA das wichtige und richtungweisende dritte Album, und wenn man das einfach einmal ganz altmodisch als Grundlage für die Prognose der nächsten Jahre Bandgeschichte betrachtet, kann man nur zuversichtlich sein. Denn die großen Bands sind letztendlich doch die, die sich von Jahr zu Jahr, von Album zu Album kontinuierlich entwickelt haben und denen man diese Zeit auch zugestanden hat. Auch "Smack Smash" war schließlich nicht das Debüt der Beatsteaks. Aber bevor die Entrüstungsstürme toben: Nein, Fire In The Attic sind nicht die neuen Beatsteaks. Sie haben halt einfach nur ein ziemlich rundes und überzeugendes drittes Album aufgenommen. Anspieltipps Electric Arc | Benchwarmer | Fake It Like You Mean It

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12

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