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0 Autor: Dirk Siepe

Ray Davies - Working Man's Café

Working Man's Café

Auf "Return To Waterloo" hat er Jahre hingearbeitet, "Working Man's Café" ist eher ein Schnellschuss. Und trotzdem ein Treffer.

Entspannt, aber keineswegs altersmüde präsentiert sich Ex-Kinks-Chef Davies auf "Working Man's Café", seinem zweiten Solowerk – "The Storyteller", auf dem er auch Kinks-Klassiker neu interpretierte, und der Soundtrack zu seinem eigenen, höchst verzichtbaren Film "Return To Waterloo" nicht eingerechnet. Los geht es zwiespältig, die Eröffnung "Vietnam Cowboys" hat zwar Hitpotenzial, erinnert aber unangenehm an die Dire Straits. Dann schon lieber "You're Asking Me", eine schwungvolle Rocknummer mit schönen Rhythmuswechseln, oder den Titeltrack, bei dem der 63-Jährige – schon angenehmer – nach dem jungen David Bowie klingt. Der gediegene "Morphine Song" kommt mit jazzigen Anleihen frisch aus dem Mississippi-Delta, "Imaginary Man", wo er sich wiederum textlich auf die traditionellen Preservation-Hall-Bands von New Orleans bezieht, hingegen eher aus dem Tal der Tränen. Eine abwechslungsreiche Platte, wobei es hier natürlich auch mal wie bei den Kinks tönt: Vor allem "Peace In Our Time" und das kraftvolle "No One Listen" rufen Gedanken an alte Zeiten hervor. Aber dagegen ist ja nichts einzuwenden, zumal die anderen Kinks-Musiker – von Davies' Bruder Dave vielleicht noch abgesehen – nie groß mehr waren als Ray Davies' Erfüllungsgehilfen. Davies mag zwar nicht mehr zu den relevanten Tonangebern der Musikszene gehören, die oftmals peinlichen Alben, die er mit The Kinks seit den 80ern veröffentlicht hat, macht der Mann aber mit dem zweiten starken Alben innerhalb von anderthalb Jahren locker vergessen.

Bewertung: 8/12

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