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0 Autor: Jens Mayer

Stephen Malkmus And The Jicks - Real Emotional Trash

Real Emotional Trash

Ein Mann wie kein anderer. Darf man ja ruhig mal so sagen. Muss man vielleicht auch, wenn man sich dem mittlerweile vierten Post-Pavement-Malkmus-Soloalbum nähert.

"Pig Lib" hatte viele Fans durch seine Frickeligkeit verschreckt, "Face The Truth" konnte die alten Slacker wieder für sich gewinnen. Und "Real Emotional Trash"? Schwer zu sagen. So richtig vergrämen dürfte er zumindest niemanden, auch wenn "Dragonfly Pie" mit seinen Sludge-Gitarren erst einmal wie eine Zeitreise in die 70er klingt. Malkmus und Doomrock? Klingt gut! Vor allem mit dem typischen Pavement-Pop-Chorus und der Textzeile "Dragonfly wants a piece of pie". "Hopscotch" ist dann eher Spät-60er Hippie-Rock-beinflusst. Auch charmant. Nach diesen zwei Stücken – und das werden ihm sicher einige übel nehmen – sind bereits 12 Minuten vergangen. Soll heißen: Der Malkmus gniedelt wieder. Aber es macht Spaß, ihm dabei zuzuhören. "Cold Son" dürfte alle, die damit Probleme haben, wieder versöhnen. Ein ruhiger, aber toller Malkmus-Pavement-Song mit coolem Refrain. Der Titeltrack ist dann allerdings wieder so ein Wahnsinnsbrocken, zehn Minuten lang! Der erste Teil klingt nach "Wowee Zowee", bis der Song nach fünf Minuten und einer mitreißenden Steigerung in den swingenden zweiten Part übergeht. Das wunderbare "Out Of Reaches" wäre auch für "Crooked Rain, Crooked Rain" eine Bereicherung gewesen und bleibt zudem unter fünf Minuten. "Gardendia" sogar unter drei und ist ein richtiger Hit vom Schlage "Cut Your Hair". Die restlichen Songs können da leider nicht ganz mithalten, Malkmus übertreibt es hin und wieder dann doch mit den ausufernden, etwas ziellos wirkenden Soli. Trotzdem: Ein frisches Album, auf dem Fans jeder Malkmus-Phase neue Lieblingssongs finden werden.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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