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0 Autor: Jochen Schliemann

Down - Down III: Over The Under

Down III: Over The Under

Vom super besetzten Südstaaten-Rock-Projekt zur Band: Down bekennen sich und verarbeiten auf ihrem dritten Album die Gründe.

Dumpfe Gitarrenwände, weit gebeugte Schlagzeugfelle, Anselmos tiefes Nuscheln – schon "Three Suns And One Star" verlangt ganz zu Beginn die Down-üblichen Assoziationen mit den schmierigen US-Südstaaten, der Metal-Vergangenheit der Mitglieder und dem daraus wachsenden schweren, rifforientierten Bluesrock. Bei aller Tradition wäre es aber töricht, diese Platte als einen dritten Aufguss abzutun. Dafür sind die Sachen, die vor allem Sänger Phil Anselmo seit "Down II" passiert sind, zu leidenschaftlich verarbeitet. Krankenhaus, Reha, Tod einiger ihm sehr nahe stehender Personen, die Katastrophe in seiner Heimatstadt New Orleans – all das steckt in diesem emotionalen Album und reißt den Sänger zu seiner vielseitigsten Gesangsleistung seit langem hin. Wie sehr dieser Mensch an guten Tagen Songs prägen kann, wird vor allem in "Never Try" deutlich, das über weite Strecken wie ein Stück von Seattles Supergroup Temple Of The Dog klingt, während das abschließende "Nothing In Return (Walk Away)" mit Orgel und einem sphärischen Klangraum nach Minuten zu einem psychedelischen Rocksong wächst. All das steht natürlich neben zirka 200 Momenten, in denen man zugeben muss, dass keine Rockband so tief und echt groovt wie diese. Und das wohl auch, weil Down bisher immer dann eine Platte aufnahmen, wenn sie Anliegen hatten. Auf dass sich das mit dem Bandalltag nicht ändert.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.5/12

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