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0 Autor: Jochen Schliemann

Meat Puppets - Rise To Your Knees

Rise To Your Knees

Das erste Meat-Puppets-Album seit 2000 zeigt die US-Alternative-Institution gelöst und atmosphärisch wie nie. Die Songs brauchen ein paar Durchgänge.

14 Jahre ist es her, dass sich Cris und Curt Kirkwood zu Kurt Cobain setzten und ihre Songs "Plateau", "Oh Me" und "Lake Of Fire" mit ihm spielten. Viele hörten den Namen Meat Puppets damals, bei Nirvanas MTV-Unplugged-Auftritt, zum ersten und letzten Mal. Dabei gibt es die Meat Puppets seit 1980, und aufgelöst haben sie sich auch nie. Ein beispielloser Wirrwarr aus Drogenproblemen, Besetzungswechseln und Phasen der kompletten Funkstille machte eine klassische Karriere unmöglich. "Rise To Your Knees" vereint nun erstmals seit 1996 wieder Cris und Curt auf einer Platte – und wird ungeduldige Menschen zum Ausrasten bringen. Fast gelangweilt schieben sich die Meat Puppets durch den Eröffnungssong "Fly Like The Wind", und auch alles Folgende plätschert so dahin, was allerdings Gründe hat: Alle Songs wurden beim ersten Spielen aufgenommen. Manche Teile entstanden erst während der Aufnahme. Und hat man sich nach ein paar Durchgängen auf diesen ungewöhnlich losen Fluss eingegroovt, belohnt einen diese Platte mit einer regelrecht vogelfreien Atmosphäre, ausgiebigen Gitarrenideen, meist mehrstimmigen Gesangsmelodien und einem fast psychedelischen Vibe. Ungeduldigen sei "Tiny Kingdom" als erster Eindruck empfohlen. Was dessen träger aber wunderbar zwischen den Tönen tanzender Refrain alles auslöst, grenzt an Magie.

Bewertung: 8/12

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