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0 Autor: andré bosse

Ian Brown - The World Is Yours

The World Is Yours

Es nützt alles nichts: Der Ex-Stone Roses-Sänger braucht in Zukunft jemanden, der ihm passende Lieder schreibt und die Sache mit der Tanzbarkeit ausredet.

Ist das schon Soul, nur weil die Streicher flächendeckend ihre Flügel schwingen, im Hintergrund Bläser aufbegehren, eine rhythmische Gitarrenlinie auf dem rechten Kanal für Bewegung sorgt? Ian Brown tut zumindest so. Nachdem seine ersten drei früheren Soloplatten recht antiquierten Trippop spielte und nur sein Sprechgesang die alte Magie der Stone Roses am Leben hielt (und bei grottenschlechten Konzerten um die Ecke brachte), ist "The World Is Yours" im Grunde kein schlechter Schritt: Ian Brown lässt seine kantigern Verse und simplen Liedstrukturen ohne Ausnahme von Streichern begleiten. Die Geigen und Bratschen sind gut arrangiert, und wenn Ian Brown diesem Teppich seine verhallten Worte intoniert, dann stimmt die Atmosphäre. Leider lässt er es nicht dabei: Noch immer steht Brown auf diesen lahmen Billo-Triphop-Beat. Ganz schlimm in "Eternal Flame", ein böser Ausrutscher, auch textlich: "Stay close be free, feel like fishes in the sea." Später singt der alte Hedonist mit Sinéad O'Connor über böse Kriege und alleine eine Ode Straßenkinder. Fühlt sich alles komisch an. Seltsam aber wahr: Ian Brown, der Sänger, der einst die Hochzeit von Pop und Beat zelebrierte, ist heute nur noch als besinnlicher Kerzensänger zu gebrauchen, "Goodbye To The Broken" gibt die Richtung vor. Ein Vorschlag für einen nachhaltigen Karriereaufschwung: Eine Platte mit Melodien und Texten von Jarvis Cocker.

Bewertung: 6/12

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