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0 Autor: jochen schliemann

Einstürzende Neubauten - Alles wieder offen

Alles wieder offen

Mit Musik hätten sie nicht mehr viel zu tun, sagen die Neubauten. Umso entzückender, wie nah sie ihr inzwischen kommen.

Dass sie wieder Druck machen, wird dieser Tage an vielen Orten stehen. "Weil Weil Weil", "Let's Do It A Dada" und der Titeltrack beweisen das. Sie sind offensiv und laut, lassen tanzen mit Geräuschen, und fast spontan fallen Blixa Bargeld die Worte aus dem Mund auf eine Platte, auf der die Neubauten sich relativ kurz fassen. Viel wunderbarer ist, wie nah sie inzwischen regelmäßig der experimentellen, sphärischen Popmusik kommen. "Nagorny Karabach" ist butterweich, melodiös und brodelt exotisch vor sich hin. "Ich hatte ein Wort" ist ein putziger Gitarre-und-Bass-Song mit simplen Melodien und einem Mitsummteil – prickelnde Leichtigkeit macht sich breit, bevor das neunminütige "Unvollständigkeit" dann doch heftigst und orchestral eskaliert, während Bargeld Gegenstand für Gegenstand an einer Schnur aus seinem Hals zieht. Aber wir sind im Jahre 2007. Und wieder fangen uns die Neubauten am Ende einer Platte auf. Dieses Mal mit dem versöhnlichen "Susej" und dem von einer Akustikgitarre getragenen, sich nur noch kurz aufbäumenden "Ich warte". Bereits zum dritten Mal finanzierte die Band übrigens ihre Aufnahmen durch das Supporter-Project. Für 35 Dollar konnten Interessierte an den Sessions zu "Alles wieder offen" teilnehmen und erhalten nun ein komplettes zweites Album mit neuen Songs. Das nennt man wohl progressiv.

Bewertung: 9/12

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