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0 Autor: André Bosse

Dungen - Tio Bitar

Tio Bitar
  • VÖ: 08.06.2007
  • Label: Subliminal/Broken Silence
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 172

Die kommen auf die tollsten Sachen. Nachschub der großartigen schwedischen Band zwischen virtuosem Muckertum und abseitiger Harmonielehre.

Sollte eine höhere Instanz eines Tages einmal verkünden, Englisch habe als offizielle Sprache des Rock'n'Roll ausgedient und brauche einen Nachfolger – man sollte den vorlauten Franzosen, Deutschen oder Slawen Folgendes sehr energisch ins Gesicht pusten: Schwedisch muss es sein! Große Argumente sind gar nicht nötig, es reichen die Alben der Band Dungen, von denen "Tio Bitar" mittlerweile das vierte und der Nachfolger des überirdisch guten "Ta Det Lungt" ist. Das Schwedisch von Gustav Ejstes klingt galant, rhythmisch und lustig – was schon Titel wie "En Gang I Ar Kom Det In Tar" beweisen. Vor allem gibt die tolle Sprache ihm und seiner Band die Freiheit, rundherum eine einmalige Musik zwischen grenzenloser Schönheit und Volldampfdruck zu erfinden. Oberflächlich mag man das Psychedelic-Rock nennen und auf die Spielfreude der Norweger Motorpsycho verweisen. Doch so sehr die Band manchmal stampft, wirbelt und – ja, ja – muckt: Ejstes singt Lieder wie "Familj" oder "Svart Är Himlen" so entrückt und melodieselig wie ein Folksänger. Hinzu kommen dann manchmal Geigen- oder Klavierthemen, die einen beinahe verrückt machen, weil sie Töne treffen und Melodielinien erfinden, auf die andere Bands nicht nach hundert Kreativjoints käme. Na, und weil Schweden halt keine aufdringlichen Menschen sind, muss trotz der tollen Sprache auch nicht alles besungen werden: Die zwei besten Lieder dieser erneut grandiosen Platte sind instrumentale Schönheiten.

Bewertung: 10/12

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