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0 Autor: Martin Iordanidis

New Model Army - High

High
  • VÖ: 24.08.2007
  • Label: Attack Attack/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 175

Irgendwann sollte man alte Vorurteile hinter sich lassen. "High" ist gut dafür geeignet, mit New Model Army seinen Frieden zu machen.

Die Depression der Thatcher-Ära haben New Model Army bis ins 21. Jahrhundert transportiert, was ihre Fans als konsequent, viele andere als anachronistische Sentimentalität empfinden. Vielleicht sind New Model Army mit ihrer abgeklärten Version des Folk-Rock auch einfach eine Band, für die man alt (oder verzweifelt) genug werden muss, um sie wertschätzen zu können. Nachdem man mit indiskutabel guten Singles wie "BD 3" schon auf dem letzten Album "Carnival" langjährige NMA-Hasser wie mich überzeugen konnte, punkten die Indie-Veteranen auch mit "High" einige Male. Dabei sind es vor allem die wilderen Gewächse wie "Wired", "Bloodsports" oder das opulente "Breathing", in denen Viersaiten-Lord Nelson mit abenteuerlicher Bassarbeit imponiert. Die ruhigen Momente – auch auf "High" mehrheitsbildend – nutzt Justin Sullivan wie gewohnt als Plattform für sein liebstes Kind, die Gesellschaftskritik. Entpolitisiert haben sich New Model Army bis heute noch nicht. Nur Sullivans poetische Muskelspiele könnten davon ablenken, dass die Army nach wie vor ihre Mission verfolgt – egal ob man sie nun als Terrakottaarmee sieht oder als kampffähige Truppe.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 5.0/12

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