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0 Autor: Philipp Welsing

Clawfinger - Life Will Kill You

Life Will Kill You

Clawfinger machen alles digital. Clawfinger nehmen ein Schlagwort und schreiben dann Texte. Clawfinger spielen Crossover-Riffs dazu. Clawfinger machen alles falsch.

Clawfinger wollen einfach nicht lernen. Ein neues ihrer Alben röhrt vor sich hin, als wären 15 Jahre einfach nicht passiert. Clawfinger halten sich an dieselbe Formel, die vor zehn Jahren schon die Kehrtwende nach unten einleitete. Weil sie nichts anderes können. Clawfinger merken nicht, dass sie sich mit jedem ihrer Plattentitel selbst ins Knie schießen. Deaf. Dumb. Blind. A whole lot of nothing. Nach knapp überstandener Hälfte des Albums ihr neuer Song "Little Baby". Ein Lied zum Thema Kindesmissbrauch in der Familie. Clawfinger singen, was ihnen als erstes dazu einfällt. Packen alles mit deplazierten Enigma-Keyboard-Melodien voll und erzählen zu allem Überfluss auch noch aus der väterlichen Täter-Perspektive. "So move a little closer and let me put my hand under your skirt".Man mag kaum glauben, was man da serviert bekommt. Der Refrain: "This house is not a happy home", gesungen von einer Frauenstimme. Ein einziger Fehltritt, unbeholfenen, aufgesetzt, naiv, ja kindlich dumm. Das Ende der Welt. Abgeschlossen von einer Riff-Stakkato-Stelle, die womöglich noch den traurigen Tathergang selbst vertonen soll. Vertont von einer Band, die sich seit 20 Jahren wehrt, englische Aussprache oder ein paar Vokabeln über den Grundwortschatz hinaus zu erlernen. "Life Will Kill You" ist eine überholte, rundum widerwärtige Zitterpartie aus Lachen und Lachen-im-Halse-stecken-Bleiben. Entmenschlicht im Klang-Autoklaven. Zwecklos, gehaltlos, ideenlos, hoffnungslos. Hiervon darf sich niemand behelligen lassen, das Leben bringt einen von ganz alleine um. Zu dieser Band gibt es nichts mehr zu sagen.

Bewertung: 1/12

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