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0 Autor: Daniel Gerhardt

Ryan Adams - Easy Tiger

Easy Tiger

Ausgewählte Kapitel der amerikanischen Rockgeschichte, allzu brav vorgespielt vom nimmermüden Liedermacher mit den 40-Stunden-Tagen.

Der Livemusiker Ryan Adams ist häufig darum bemüht, sich als besonders exzentrischen Zeitgenossen zu inszenieren. Humorbegabte Konzertbesucher, die nach Bryan-Adams-Songs rufen, schmeißt er schon mal hochkant aus der Halle. Letztes Jahr kippte er auf der Bühne einmal so viel Kaffee runter, dass eine Pinkelpause nicht mehr zu vermeiden war. Merkwürdig ist dabei: Der Studiomusiker Ryan Adams käme niemals auf die Idee, sich solche Absonderlichkeiten zu leisten. Er hat stattdessen auch für sein mittlerweile achtes Post-Whiskeytown-Album wieder 13 Songs geschrieben, die erstaunlichen Erfolg damit haben, die amerikanische Rockgeschichte der letzten 40 Jahre in einen Schuhkarton zu quetschen. "Easy Tiger" ist Country, Folk und AOR, Gram Parsons, Neil Young und Fleetwood Mac. Eher bodenständig als kapriziös, berechnet statt spontan. Die Besonderheiten, die unter diesen zunächst sehr biederen Liedern stecken – eine ungezogene Leadgitarre in "Goodnigt Rose", die Soulsänger-Anflüge von "The Sun Also Sets" –, muss man sich diesmal recht mühsam zusammensuchen. Die traute Zweisamkeit hingegen, die Adams und Sheryl Crow in "Two" zur Schau stellen, hätte man lieber gar nicht erst gefunden. Es wäre gut, wenn sich Adams ein paar Eskapaden auch mal im Studio rausnähmen. Muss ja nicht gleich so weit kommen, dass er irgendeinen Mietmusiker vor die Tür setzt.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.3/12

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