Zur mobilen Seite wechseln
0

New Model Army - Eight

Eight
  • VÖ: 31.01.2000
  • Label: Attack Attack/Zomba
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 83

Zwar noch nicht ganz zahnlos, aber ihren Biss haben NMA wohl endgültig verloren.

Mit mir hatten Justin Sullivan und Co. immer einen - wenn auch recht einsam kämpfenden - Fürsprecher in der VISIONS-Redaktion. New Model Army haben einige Alben veröffentlicht, auf die sie noch lange stolz sein können, und ihre konsequente Art, beim Umgang mit der Plattenidustrie zu zeigen, dass ihre politische Haltung keine Image-Sache oder gar Modeerscheinung ist, sucht in diesem verhurten Business ihresgleichen. Respekt also, aber leider keine Liebe. Zum Fan nämlich konnten mich NMA nie bekehren, dafür waren sie mir oft zu plakativ, zu verbissen, zu sehr in ihrem eigenen (was Fans und deren Hingabe betrifft absolut einzigartigen) kleinen Kreis gefangen. Aber ich habe sie aufrichtig gemocht und interessiert beobachtet. Jetzt, wie sich bei dem okayen, aber nicht umwerfenden letzten Album "Strange Brotherhood" bereits andeutete, ist das Interesse gepflegter Langeweile gewichen, die zur Jahreszeit so passende Melancholie berührt mich nicht mehr. Und das liegt ausnahmsweise nicht an Abstumpfung meinerseits, sondern an der Band. Nur ein Beispiel: Ein Song wie "Orange Tree Roads" hat zwar zweifellos Drive, aber da ist kein Biss mehr. Der Sound ist hausfrauengerecht glattgebügelt und Sullivan singt wie der perfekte Schwiegersohn. Soldaten der New Model Army und deren Angehörige allerdings werden jedes Wort des bedeutungsschwangeren Ode "Someone Like Jesus" auswendig lernen und schon beim Opener "Flying Through The Smoke" wissen, dass sie zu Hause sind. Sie werden dieses Album lieben und mich für diese Rezension hassen. Sei's drum, ich rate dieser Band den verdienten Ruhestand an, bevor sie noch mangels Blut von der Bühne kippen.

Bewertung: 5/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.