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0 Autor: Patrick Grossmann

The John Butler Trio - Grand National

Grand National

Die Weissenborn-Resonatorklampfe teilt er mit Ben Harper, den Easygoing-Vibe mit Jack Johnson. Relaxt-swingende Groove-Ausritte nach Down Under.

Die Legende will, dass Oma dem damals 16-jährigen John Butler ein obskures Saiteninstrument in die Hand drückte, das einst seinem seit über 30 Jahren toten Opa gehört hatte. Butler, von der Geschichte beseelt, lernte das vornehmlich im Sitzen bediente, klobige Holzteil Marke Grand National prompt spielen – und ging spätestens mit seinem letzten Album "Sunrise Over Sea" im heimatlichen Australien durch die Decke. Zur Perfektion gelangt sein im dribbelstarken Trio virtuos runtergezockter Funk-Folk-Pop zwischen Aufbruch und Feierabend-Mojito indes erst jetzt: Mal gammeln die drei lässig in der BpM-Hängematte (superb: die feinsinnig orchestrierte Klage "Caroline"), dann wieder legen sie mit Verve und juvenilem Freiheitsdrang hakenschlagende Turbopicker wie "Funky Tonight" aufs Parkett, bei denen dir schier blümerant wird. Gleich im Opener "Better Than" tänzelt einem ein derart sympathisch grinsender Banjo-Lick entgegen, dass man enthemmt anfängt, sich zum überfälligen Frühjahrsputz aufzurappeln; das Slide-befeuerte "Devil Running" trägt gar Leder. Statt ausfransender Jams und loser Enden regiert nahezu lückenlos ein Songwriting-Talent, das man tunlichst im Auge behalten sollte. Daran können nicht einmal Butlers bisweilen schlichte Einsichten zu Leben (im Großen und Ganzen knorke) und Liebe (gefunden) viel ändern, denen freilich hie und da eine entwaffnende Schönheit innewohnt: „If you just look around man/ You see you got magic/ So just sit back and relax."

Leserbewertung: 11.0/12

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