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0 Autor: Stefan Layh

Static-X - Cannibal

Cannibal

Zwischen Stakkato und Stakkatissimo liegt wer? Richtig: Static-X servieren weiterhin gewissenhaft Gehacktes. Zum Gähnen.

Er kann nicht anders. Wayne Static schüttelt seine Wolkenkratzerfrisur am allerliebsten im Zickzacktakt. Dass sich seine Band Static-X seit 1995 im Musikbusiness behaupten konnte, widerspricht Darwins Lehre – seit wann überleben die Mittelmäßigsten der Mittelmäßigen? Seit dem Debütalbum "Wisconsin Death Trip" (1999) setzen Static-X stur auf ihren "Evil Disco"-Sound – technoiden Industrial-Metal, stets bei gefühlter Grabeskälte eingespielt. Wirklich angesagt war das nie. Auch nicht, als Static-X zwischenzeitlich runde Refrains adoptierten. Die sind 2007 ohnehin Vergangenheit: Auf "Cannibal" faucht, flüstert und flucht Wayne Static durch gefletschte Zähne. Gesang war gestern, heute herrscht das gebellte Wort. Vokabel für Vokabel bratzt sich Static durch Geschichten über menschliche Fleischfresser, menschenfressende Reptilien oder düstere Chemo-Visionen. Wie die garstigen Geschichten sind alle Arrangements fein, säuberlich und ohne Gnade klein gehackt. Neu ist, dass dem stampfenden Static-Stakkato extravagante Gitarrenmelodien die Stirn bieten. Verantwortlich für die ungewohnten Farbtupfer im stahlgrauen, maschinistischen Riff- und Rhythmuseinerlei ist Koishi Fukuda (Gitarre, Keyboards, Programming), dessen Aufgabenfeld für "Cannibal" neu abgesteckt wurde: weniger Effektfeuerwerk, mehr Metalsoli. Die sind willkommene Hinhörer auf einem Album, bei dem Kompromisslosigkeit und Monotonie sich die Hand reichen.

Bewertung: 4/12

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