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0 Autor: André Bosse

The Rakes - Ten New Messages

Ten New Messages

Coole Storys aus dem Mikrokosmos: The Rakes aus London erzählen von Tränen und Tänzen und versuchen sich erst gar nicht am Pathos anderer Bands des Wave-Revivals.

Stell dir vor, du kommst nach Hause und der Anrufbeantworter blinkt wie verrückt. "Sie haben zehn neue Nachrichten." Da solltest du dich erstmal setzen, denn wer weiß schon, was da zwischen den Piepsern für Geschichten warten. Vielleicht ist die große Liebe weg, vielleicht wartet die nächste brennend auf den Rückruf. Die zweite Platte der Rakes aus London erzählt die Storys von "Ten New Messages", und wie schon auf dem beachtlichen Debüt "Capture/Release" hat Sänger Alan Donahoe einiges zu sagen. Ging es damals um trunkene Ausflüge quer durch Europa oder skurrile Jobs am Rande des Erträglichen, kümmern sich die Rakes mit den neuen Songs verstärkt um die Zwischenmenschlichkeit. Wie das so ist bei Anrufbeantwortern: Die Hälfte aller Anrufer ist ja froh, dass der Teilnehmer nicht da ist und man das Zusagende auf Band sprechen kann – anonym und ohne die Möglichkeit unangenehmer Gegenfragen. Donahoe bleibt dann bei der Heimkehr mit seinen Gedanken alleine. Er erinnert sich an gemeinsame Clubnächte und Filmabende und stellt gleich zu Beginn ernüchtert und ziemlich clever fest: "The World Was A Mess But His Hair Was Perfect". Ganz anders als die parallel gestarteten London-Kollegen Bloc Party bleiben die Themen der Rakes strikt im Mikrokosmos. Auch die Musik macht keine großen Sprünge: Schlagzeug und Drums treiben die Songs an, die Gitarren schlackern, der Gesang bleibt cool. The Rakes verzichten auf Sperenzchen: wenig Pathos, viele Themen. Eine wertvolle Randerscheinung der britischen Welle, die sich strikt weigert abzuebben.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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