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0 Autor: Jens Mayer

Ted Leo And The Pharmacists - Living With The Living

Living With The Living
  • VÖ: 23.03.2007
  • Label: Touch And Go/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 169

Der sympathischste Indie-Songwriter mit Punkwurzeln samt politischem Gewissen tobt sich aus und lässt sich Zeit dabei.

Der Auftakt macht es nicht einfach. Erst mit "Colleen", dem fünften Song geht musikalisch die Sonne so auf, wie es bei "Shake The Sheets" bereits nach 30 Sekunden der Fall war. "The Sons Of Cain" und "Army Bound" wirken da zunächst trotz Leos eindeutiger Handschrift etwas stoisch. Er will einfach nicht schnell zur Sache kommen. Hatte sich der Musiker für den Vorgänger im Keller verschanzt, um sich alleine den Frust über Präsident Bush und die Politik im Allgemeinen von der Seele zu schreiben, fand sich die Band nun auf einer Farm in Massachusetts zusammen und ließ sich höchstens von den Fliegen nerven. Das Ergebnis, verdeutlicht das Albumcover, wirkt befreit und offen. Elvis Costello, Thin Lizzy, Specials – überhaupt die gesamte Spannbreite seiner 70er-Rock-Einflüsse – sie sind alle noch da, nur aufgeschlüsselter und bewusster eingesetzt, was auf Albumlänge herausfordert. Das wunderschöne "A Bottle Of Buckie", der Reggae-Ausflug "The Unwanted Things", der typische Leo-Popper "The World Stops Turning" und "Colleen" sorgen auf Anhieb für die glücksbringende Ted-Injektion. Doch "Living With The Living" bietet mehr: Platz zum Entdecken. Zum Beispiel, dass seine großen Stärken im letzten Drittel liegen. In den überlangen und mäandernden "The Lost Brigade", "The Toro And The Toreador" und "C.I.A.". Hat man das erst begriffen und das Album als geschlossenes Gesamtkunstwerk kennengelernt, strahlt die Sonne aus jeder einzelnen Note. Von Anfang an.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 9.0/12

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