Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Martin Iordanidis

OSI - Free

Free

Auch der musikalische Kurs des zweiten OSI-Albums dürfte, Namedropping sei Dank, a priori klar sein: Prog auf dem Weg zurück zum Rock.

Jim Matheos (Fates Warning) und Kevin Moore (früher Chroma Key, ganz früher Dream Theater) wirken als Komponistenduo und holen alte Kollegen mit ins Boot – fertig besetzt ist das Office Of Strategic Influence. Das sind hier (wie auf dem 2003er Debüt) Bassist Joey Vera und Überdrummer Mike Portnoy aus den jeweils hinterbliebenen Frickel-Kollektiven. So viele Platzhirsche auf einer Lichtung im Progressive-Wald tun genau das, was sie nach zwei Jahrzehnten in der Handwerkskammer bitte tun sollten: Sie schreiben ein Rockalbum, das minimalistisch, modern, kühl, klar und vor allem nicht anstrengend ist. "Free" besitzt den Charakter eines Soundtracks, der teuer produzierte Zukunftsthriller zu untermalen hätte, darin massig Stahl und Glas, Hightech-Knarren und kühle Wasserstoff-Blondinen, die sich durch paneuropäische Nachtclubs koksen. Wohl eingesetzte elektronische Additive unterstreichen diese Lautmalerei und verschieben den Rockanspruch von Matheos/Moore wie in "Bigger Wave" oder "Simple Life" in Ambient-Gefilde. Den Rest erledigt die mysteriöse Stimme des Ex-Dream-Theater-Keyboarders. Mit ihr vollendet Kevin Moore eine wunderbar dunkle, silberblaue Atmosphäre, die sich in einer Playlist neben Transatlantic, Liquid Tension Experiment und den Soloausflügen von Tony Levin bzw. Trey Gunn gut macht.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 6.3/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.