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0 Autor: oliver schröder

The Charlatans - Simpatico

Simpatico

Es ist soweit: Die Charlatans haben den Altersblues. Was kann da besser sein, als ganz relaxed ans neunte Album heranzugehen?

"The Only One I Know“ im Indieclub? Madchester gleich um die Ecke? Tim Burgess wohnt schont lange in Los Angeles, und auch vom Ravesound haben sich die Charlatans 2006 längst verabschiedet. Dass sie in drei Jahren ihren Zwanzigsten feiern können, mutet unheimlich an. So lange waren doch sonst nur Vintage-Bands wie U2, The Who oder die Stones unterwegs. Unzählige Hypes und Trends haben sie überstanden, zum Teil in ihren Sound einfließen lassen. Sie haben sich selbst technologisiert, amerikanisiert, dylanisiert, abgekühlt und wieder aufgewärmt. "Simpatico“ zieht nun eine etwas vorgezogene Bilanz aus der Bandgeschichte, und man hat sich offensichtlich damit angefreundet, selbst "Vintage-Rock“ zu spielen. Die Single "Blackened Blue Eyed“ fasst nochmal die alten Charlatans zusammen: ein Piano-Loop wie im "Tremolo Song“, die Sexyness von "Can't Get Out Of Bed“, rauer Chemical-Charme aus "One To Another“. Neu sind die anklingenden Reggae- und Skaeinflüsse, die erstaunliche Parallelen zu Ian Browns Solopfaden aufweisen. Nur ist es hier keine Scheißegal-Arroganz, sondern eine angenehme Entspanntheit, die zum Experimentieren bewegt hat. "Simpatico“ kann nicht mit den Britpop-Hipshakern der Vergangenheit mithalten, und es ist gut, dass es das auch nicht versucht.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 8.0/12

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