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0 Autor: stefan layh

36 Crazyfists - Rest Inside The Flames

Rest Inside The Flames
  • VÖ: 09.06.2006
  • Label: Roadrunner/Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 160

Nervtötender New Metal war vorgestern, schematreuer Screamo gestern. Heute sind bei 36 Crazyfists die Gedanken freier denn je.

"Bitterness The Star" war 2002 ein Ärgernis: Auf ihrem Debüt belästigten uns 36 Crazyfists mit lausig produzierten New- Metal-Klischees. Die Band aus Alaska kam schlecht aus der Startbox, war unzufrieden und gelobte Besserung. Mit "A Snow Capped Romance" hielten sie Wort: Der kreative Quantensprung katapultierte sie nach oben und nah ans Screamo-Lager. Und jetzt? "Rest Inside The Flames" weiß die Antwort: Das dritte Album ist kein weiterer Schritt nach vorne, sondern einer zur Seite. Hin zum luftigeren Grenzgebiet der Screamo/ Metalcore-Landkarte: epischer, offener und mutiger klangen sie nie. Durchs Unterholz schlängeln sich zutrauliche Melodien. Dazu schreit Brock Lindow nur noch, wenn es nicht anders geht. Lieber singt er und fordert zur Selbstreflexion auf: "Rest Inside The Flames", gestresste Metalcoreheads! Will sagen: Gönne dir eine Auszeit im hitzigen Dauerdruck des Alltags. Das gilt auch fürs Songwriting. Durch tosendes Ungemach führen uns 36 Crazyfists ins Auge des Orkans. Dort lassen sie Schönklang zu – friedliche Worte, gezupfte Gitarren, gedämpftes Schlagzeug – flüchtige Momente der Klarheit. Bis eine heftige Eruption das trügerische Idyll zerfetzt. "Rest Inside The Flames" klingt pointiert, ambitioniert und lässt 36 Crazyfists den Flammen trotzen, die nach dem Metalcore-Mittelmaß züngeln.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 10.0/12

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