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0 Autor: Maik Koltermann

Truly - Feeling You Up

Feeling You Up

Truly sind gnädig geworden. Auf ihrem 95er-Debüt „Fast Stories... From Kid Coma“ klang es noch so, als seien die drei Urgesteine der Seattle-Szene - übrigens inklusive des Ex-Soundgarden-Mitglied Hiro Yamamoto - gerade durch eine Kloake aus Alkohol und Fäkalien geschwommen und würden sich nun völlig benebelt von dieser Tortur beim Spielen die Haare trockenschütteln, während sie „Leslie’s Coughing Up Blood“ zum Besten geben. Auf Album Nummer 2 klingt man zwar nicht unbedingt nach Jungbrunnen, aber zumindest nach einer morgendlichen Dusche nach durchzechter Nacht. Vereinzelte Loops und Samples, zugunsten klarer Strukturen gezähmte Gitarren und der Einsatz von Piano und Keyboard machen „Feeling You Up“ ein ganzes Stück leichter verdaubar als den Vorgänger. Schräg sind die vordergründigeren Melodien zwar nach wie vor, auch quetscht sich Sänger Robert Roth so manchen Ton aus dem Hals, als drücke ihm jemand dabei die Luft ab, aber ein Pop-Appeal der Stücke läßt sich jetzt keinesfalls mehr leugnen. Seattle ist musikalisch ausgebombt, aber in der Kanalisation spielen die letzten Überlebenden.

Bewertung: 9/12

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