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0 Autor: Martin Iordanidis

Therapy? - One Cure Fits All

One Cure Fits All

Konfusion als treibende Kraft, Zerrissenheit statt Riffgewalt – Therapy? geben sich selbst und der Welt mal wieder Rätsel auf.

Man liebt sie, man liebt sie nicht. Man liebt sie, man liebt sie nicht. Selten bewegten sich Therapy? mit einem Album näher an dem spannenden Blütenzupfen, das angeblich die Zukunft weissagt. "One Cure Fits All" zeigt auf geradezu bizarre Weise, wie die Band aus ihrer Selbsterneuerungskraft schöpft, sich aber auch hoffnungslos in Pop-Gefilden verirren kann. Damit erzählen sich Therapy? ihre 17 Jahre währende Geschichte quasi noch einmal selbst – nur dass diese Zwiespältigkeit hier auf einem einzigen Album hörbar wird. "Sprung", ein verstörender Sturm im Wasserglas, setzt auf eine Melancholie, die Andy Cairns in frühen Therapy?-Tagen nicht untergekommen wäre. Auch das tieftraurige "Unconsoled" wird nur von einer schüchternen Basslinie getragen, während man sich in "Deluded Son" und "Rain Hits Concrete" arg menschelnd in die Alternative-Hitparaden schummeln will. Diese seltsam heiteren Momente auf "One Cure Fits All" wirken in etwa so fragwürdig wie der Gute-Laune-Rausch, den eine Kiste Bier hergibt: lustig, aber leider unecht. Ein zweites "Nowhere" gibt es auch auf "One Cure Fits All" nicht. Das ist angesichts düsterer, authentischer Tracks wie "Dopamine, Seratonin, Adrenaline" aber gar nicht schlimm.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 5.0/12

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