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0 Autor: Jörg Staude

Yellowcard - Lights And Sounds

Lights And Sounds

Emo mit Geige – das war einmal. Yellowcard klingen jetzt fast wie alle US-Pop-Punk-Bands. Ein weiteres freiwilliges Opfer auf dem Altar des Mainstreams.

Natürlich möchte man als Plattenmillionär seine Einnahmequellen nicht verschrecken. Trotzdem: Warum haben Yellowcard ausgerechnet Emilias "Big Big World"-Melodie als Rahmen für "Lights And Sounds" gewählt? Damit sich die 90.000 kleinen Mädchen, die den "Ocean Avenue"-Nachfolger in der ersten Woche zu einem US-Top-5-Album gemacht haben, selig an ihre Pubertät respektive Kindheit erinnern? Danke dafür. Wir hatten dieses penetrant-scheußliche Kinderlied schon erfolgreich verdrängt. Es schmerzt, wenn man sieht, wie leicht sich Bands durch Erfolg manipulieren lassen. Nackte Angst hat viele dieser seichten, mit opulenten Streichern zugekleisterten Semi-Balladen mitgeschrieben; Angst vor der Konsequenz, sich anhand der eigenen Wurzeln weiterzuentwickeln. Statt mit Kriegsanklagen wie "Two Weeks From Twenty" mehr zu wagen, verstecken sich Yellowcard hinter den bekannten Phrasen aus dem Emo-Lexikon für Anfänger. Das Album hat drei große Momente: den Titelsong, das erwähnten "Two Weeks From Twenty" und den Chorus von "Martin Sheen Or JFK". Das ist zu wenig für das Potenzial, das man hinter der Band vermutet. Oder hat man sie früher einfach überschätzt?

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 10.0/12

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