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0 Autor: Carsten Schumacher

Ephel Duath - Pain Necessary To Know

Pain Necessary To Know
  • VÖ: 11.11.2005
  • Label: Earache/Gordeon

Keine Platte für den zimtigen Adventssonntag bei Kerzen und Gebäck. Die Italiener Ephel Duath hätscheln den Familienfrieden ähnlich wie Pasolinis "120 Tage von Sodom".

Ein Album, das einfach nicht still sitzen will. Es ruckelt, zuckelt, breakt und klingt dazwischen so kurz wie eklig süßlich nach Fusion. Ein Black-Metal-Duo bemühte den Namen zuerst, doch heute, sieben Jahre später, erinnert nur ein zeitweilig aufblitzendes, infernalisches Geschrei daran. Dann folgt wieder etwas völlig anderes, und das scheint Programm. Primus konnten so was auch mal ganz gut, aber Ephel Duath versuchen tatsächlich, diesen Bogen noch etwas weiter zu spannen. Für die Songstrukturen bräuchte man einen Taschenrechner, würde man tatsächlich das Mitsummen probieren. Den Bandmitgliedern können da sicher schon sehr leicht Kopfschmerzen erwachsen, die bisherigen Besetzungswechsel lassen jedenfalls darauf schließen. Von der einstigen Doppelspitze blieb jedenfalls nur noch einer übrig, der kurzzeitig alleine blieb, um dann zu fünft neu zu erstehen. Einen 47-jährigen Perkussionisten sah die Formation zwischendurch auch. Kurz nach Aufnahme des neuen, des zweiten Albums waren Ephel Duath dann wieder ein Trio, konnten aber kurz vor Veröffentlichung wieder einen neuen Schlagzeuger dazu überzeugen, zumindest die Tour zu spielen. Es ist halt auch keine Musik, zu der man gemeinschaftlich bei einem Malzbier die Tüte kreisen lässt und sich Monty Python-Filme ansieht. Nonkonformismus steht bei diesen Typen aus Padova hoch im Kurs und man möchte wetten, dass über der Tür ihres Proberaumes ein gerahmtes Bild von Mike Patton hängt. Den großen Brüdern werden sie zeitlebens versucht haben, ihre Cynic- und King Crimson-Platten abzuschwatzen, und wann immer der olle Besitzer des einzigen brauchbaren Clubs in Padova von den seligen Zeiten anfing, in denen noch PFM und Acqua Fragile die Prog-Szene Italiens zu "da capo"-Juchzern hinriss, werden sie mit den Augen gerollt und sich ins nahe Venedig gewünscht haben. Und so reagiert auch "Pain Necessary To Know" immer dann besonders ungehalten, wenn es traditionellem Jazz- oder Progrock zu nahe zu kommen droht. Versucht man, es auf den iPod zu laden, zerspringt es sogleich in jene 99 Teile, in die die neun Songs aufgeteilt wurden. Wären die etwas sauberer geschnitten, hätte man mit etwas Glück im Random-Mode sogleich ein spannendes Remix-Album mitgeliefert. Aber das können die Burschen ja beim dritten Album richtig machen.

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