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0 Autor: Dirk Siepe

Paul Weller - As Is Now

As Is Now

Nach der beschaulichen Gediegenheit von "Illumination" und dem netten Cover-Intermezzo „Studio 150" zeigt Weller alte Stärken.

Das Problem mit manchen seiner bisherigen Solowerke war eine gewisse Gleichförmigkeit, um nicht zu sagen: Trantütigkeit. Von Einbahnstraße, wie auf dem Backcover angedeutet, oder gar Sackgasse ist "As Is Now" meilenweit entfernt. Weller und sein eingespieltes Team nehmen den Highway, wechseln souverän die Spuren und meistern auch scharfe Kurven mit Eleganz. 14 beseelte Songs mit Tiefgang, die mit einem von getragener Akustik bis zu entfesseltem Rock gefächerten Spektrum einen Inspirations- und Facettenreichtum präsentieren, wie man ihn von der britischen Rock-Ikone lange nicht mehr gehört hat. Sind auch die melancholisch-balladesken Ausflüge wie "Fly Little Bird" oder "I Wanna Make It Alright" nichts für allzu jugendliche Beifahrer, hat Wellers achte Studioplatte seit dem Style Council-Tiefpunkt "Confessions Of A Pop Group" doch locker genug Verve und Power, um auch Leute unter 30 zu begeistern. Die knackige Singleauskopplung "From The Floorboards Up" oder das erdig rockende "Come On/Let’s Go" könnten glatt von einem The Jam-Meilenstein wie "In The City" oder "All Mod Cons" stammen und das heißblütige "Bring Back The Funk (Pts 1 & 2)" weckt selbst tote Tanzflächen zu neuem Leben. Auch entspannte Nummern wie das leichtfüßig driftende "Roll Along Summer" mit dezenten Jazz-Anklängen oder das watteweich gleitende "I Wanna Make It Alright" sind alles andere als Füllmaterial. Herr Weller, in dieser Form dürfen Sie gerne noch ein paar Dekaden weitermachen.

Bewertung: 9/12

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