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0 Autor: Jörg Staude

Korn - See You On The Other Side

See You On The Other Side

Tragikomödie aus Hollywood: Vor zehn Jahren waren sie die Retter eines Genres, heute versuchen sie verzweifelt, ihre Vergangenheit abzuschütteln.

Seit drei Platten suchen Korn den Ausweg aus der Sackgasse. Es klappt nicht. Das siebte Album ist das

erste ohne Gitarrist Brian "Head" Welch. Man merkt es kaum. Sie haben diesmal mit hippen Produzenten

wie The Matrix und Atticus Ross gearbeitet – das hört man. Leider. Korn verlieren sich zwischen dem,

was sie können, und dem, was sie meinen zu können. Künstlichkeit siegt über Kunst. Kann es schlimmer

kommen, wenn diese Platte von selbsternannten Meinungsbildern des Mainstream-Radios mit Depeche Mode

verglichen wird? Und das wenigstens stimmen würde? Auch die vielen Dudelsack-Einsätze als Reminiszenzen

an alte, bessere Zeiten reichen nicht. Korn pfeifen aus dem letzten Loch. Lediglich zwei Songs (die

Single "Twisted Transistor" und "Coming Undone") klingen frisch, neu und unverbraucht, bringen Korn auf

einen anderen Level. Denn statt Soundfetischismus leben diese Songs von Raum und Gefühl. Und genau das

fehlt dem Rest der Platte. Fehlversuche in Richtung NIN ("10 Or A 2-Way", "Throw Me Away", "Love Song")

stehen die üblichen Variationen von Riffs und Rhythmen gegenüber (,,Getting Off", "Liar",

"Hypocrites"), die man nach "Issues" nicht mehr hören konnte und wollte. Der Titel des Vorgängers

"Greatest Hits Vol. 1" war zu weit gegriffen. Für einen zweiten Teil wird es kaum reichen.

Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 7.6/12

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