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0 Autor: Armin Linder

Bosse - Kamikazeherz

Kamikazeherz

"Diese Welt, meine Welt, deine Welt ist nicht schön hier." Ein unzufriedener Mittzwanziger probt den Rundumschlag.

Irgendwann hielt es Axel Bosse nicht länger aus in Berlin. Er löste seine alte Band

Hyperchild auf, die eh keiner vermissen würde, packte seine Siebensachen und nistete

sich eine Zeitlang im spanischen Valencia ein, um seine Zukunft zu planen. Ein

Soloprojekt musste her, eigene Songs auch, und dann noch ein paar Typen, die die

nötigen Instrumente beherrschen. Bald darauf wurde er in Köln und Wuppertal fündig:

Wolfgang Stach (Guano Apes, Such A Surge, Emil Bulls) konnte er als Produzent gewinnen,

die Herren von Heyday und den nunmehr auseinander gegangenen Uncle Ho als Mitmusiker.

Die Songs hatte Bosse ja noch aus Valencia im Reisegepäck. Selbige fallen mal keifend

aus, mal hochmelodisch, mal völlig zurückgenommen, beinahe soulig. Nie peinlich, aber

mitunter einfach zu plump, um irgendwie mitzureißen. Die erste Single "Kraft" macht

immerhin ihrem Namen alle Ehre, die anmutigen "Niemand vermisst uns" und "Diese Tage

sind verloren" hätten beim Eurovision Song Contest beste Chancen, und "Novemberregen"

wuchert mit Reminiszenzen an die Fehlfarben und Guns N' Roses sowie Elke Brauweiler

(Paula, Commercial Breakup) als Gastsängerin. Der Rest geht zwar mitnichten nach hinten

los. Aber auch nicht besonders subtil nach vorne, weil vielen Refrains die Ideen

abgehen. Vielleicht fehlt Bosse nach so viel Reisen auch einfach ein wenig die

Orientierung. Für sein Debüt gilt indes: viel versprechend, wenig haltend.

Bewertung: 6/12

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