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Darkest Hour - Undoing Ruin

Undoing Ruin

Die Amerikaner liefern ein perfektes Beispiel dafür, wie man seinen Anspruch als eine der besten zeitgenössischen Metal-Bands manifestiert. Vollends überzeugend.

Vielleicht ist es ja diese Furcht erregende Fingerfertigkeit, mit der Darkest Hour, wenn nicht für ungläubiges Staunen, so zumindest für anerkennendes Kopfnicken sorgen, die sie über das Gros der Genre-Meute hinaus hebt. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Quintett einfach keine schlechten Songs schreibt. Dass die Spielwut, der Spielspaß in jeder Sekunde fühlbar ist, direkt auf den Hörer überspringt. Vor zwei Jahren veröffentlichte der Fünfer aus Washington DC das Album "Hidden Hands Of A Sadist Nation". Stilecht aufgenommen in Göteborg mit einigen skandinavischen Gästen, gilt dieses Album mittlerweile als Manifest in Szenekreisen. Dabei verzichtet die Band wohltuend auf allzu billige Effekthascherei, auf debile Moshparts und simple Breakdowns. Überhaupt fehlt der Core-Appeal nahezu völlig. Das hier ist astreiner Metal zwischen Death, Trash und herrlichen Melodien dort, wo man keine anzufinden glaubte. Akustische Interludes ermöglichen da nur ein kurzes Luftholen. "Undoing Ruin" nimmt die epische Kraft des Vorgängers etwas zurück, ist kompakter, drängender, rasender und, falls man das so sagen kann, rockiger. Dabei hat der kanadische Trash-Troll Devin Townsend sein Übriges zum Sound beigesteuert, hat die Songs auf ein Maximum verdichtet. Atemlos hechten das kurze "District Divided" oder das mit Angeber-Picking versehene "These Fevered Times" voran – bloß, damit am Ende alles in einer wahren Hymne ("Tranquil") endet. Selten wirkten Klischees so unbeschwert, hat eine düstere Band heller gebrannt.

Bewertung: 11/12
Leserbewertung: 10.5/12

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