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0 Autor: Daniel Gerhardt

Teenage Fanclub - Man-Made

Man-Made

Altersmilde der angenehmeren Art: Teenage Fanclub haben ein unaufgeregtes Gitarrenpop-Album aufgenommen. Sie machen das nur noch zum Spaß.

Unlängst haben ja erst die Go-Betweens einmal mehr mal bewiesen, dass man auch in dem Alter, in dem vernünftige Menschen höchstens noch auf Kreuzfahrten gehen oder Golfkurse belegen, weiterhin seinen Mann stehen kann als kauziges Grüppchen von Liedermachern. Und auch wenn sich die Herren von Teenage Fanclub kaum deshalb noch mal mit eigenem Label und neuer Platte dick ins Geschäft gewagt haben dürften, hat sie der Erfolg ihrer australischen Kollege vielleicht doch ein bisschen ermutigt. Tut man es dem Pressezettel gleich und ignoriert die wirre 2002er Kollaboration mit Jad Fair, ist "Man-Made" jedenfalls die erste Teenage Fanclub-LP seit fünf Jahren – und obendrein tatsächlich so etwas wie die Go-Betweens-Platte der vier Glaswegians: Die schroffen Schrammelgitarren der 90er treten gerade in der ersten Albumhälfte zugunsten ausgefeilteren, häufig akustischen Songwritings beiseite. Akzente setzt vielleicht mal ein fuzzy Gitarrensolo wie jenes aus "Time Stops" oder das sympathisch verirrte Klaviergeklimper in "Only With You". Meist aber begnügt sich die Platte damit, im eigenen Vorgarten die Füße hochzulegen, durch gemütliche 70bpm-Songs zu schunkeln und das Leben schön zu finden. Passiert das so stichhaltig wie in "Born Under A Good Sign", das die E-Gitarre dann sogar doch noch mal von der Leine lässt, darf man sich immerhin vage erinnert fühlen an 1995 und die Blütezeit des Britpop. Liam Gallagher soll ja schon damals gesagt haben, Teenage Fanclub seien die zweitbeste Band der Welt.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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