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0 Autor: Jens Mayer

The Unseen - State Of Discontent

State Of Discontent

The Unseen bringen den Sound von Anti-Flag und Strike Anywhere auf die Bahnhofsvorplätze.

Mit "Angry, Young And Poor" lieferten Anti-Flag die Schlagworte für die jugendliche Frustration. Während sich diese mit "The Terror State" zunehmend den großen weltpolitischen Themen zuwendeten, finden The Unseen mit "State Of Discontent" Worte für die Außenseiter am Rande der Gesellschaft. Das fünfte Album der Band aus Boston greift ihre Wut, Unzufriedenheit und Hass auf gesellschaftliche Zustände, Politik und Politiker auf: "I'm screaming out / somebody listen / it feels so good / this therapy”, heißt es etwa in "Scream Out". Schrei-Therapie – alles muss raus, ungefiltert. Die Nähe zu den Freunden und Förderern von Anti-Flag (zwei Alben erschienen auf 'A-F-Records') ist dabei allgegenwärtig, besonders wenn es um Sound und Songstrukturen geht. Die 14 Stücke klingen, als haben sich Justin Sane und Thomas Barnett am Bahnhof getroffen, um – Bier in der einen, geballte Faust in der anderen Hand – eine Platte für die auf dem Vorplatz sitzenden Punks aufzunehmen. Energie und hymnische Eingängigkeit wissen zwar anfangs zu überrumpeln, nüchtern betrachtet lässt die Wirkung nach stürmischem Beginn allerdings rasch nach. Sämtliche Songs sind im selben funktionalen, aber überraschungsarmen Muster gestrickt, das kurzzeitig mitreißt, auf Dauer aber nicht fesselt. Da können am Ende auch "Final Execution (Armageddon)" und das gelungene Stones-Cover "Paint It Black" nichts mehr ausrichten.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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