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0 Autor: Martin Iordanidis

Korn - dto. (Platten der Neunziger)

dto. (Platten der Neunziger)
  • VÖ: 30.11.1999
  • Label: Immortal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 82 - Schönheit der Ausgabe

Mit ihrem furiosen Debüt leiteten Korn eine Ära ein und gaben dem stumpf gewordenen Metal neue Konturen.

Korn durchdrangen die Rockwelt wie Gas. Sie waren nirgends zu sehen. Es war so gut wie unmöglich, von der damals sagenumwobenen Band ein Tape zu ergattern. Keine Gigs, kaum Presse, nur wenige Ohrenzeugen. Und trotzdem waren Korn an der US-Westküste bereits lange vor ihrem Debüt omnipräsent. Psychotic Waltz-Drummer Norman Leggio war der Erste, der mir Ende 1993 von dieser Monsterband berichtete, die angeblich bei sämtlichen Anhängern harter Klänge offene Münder hinterließ. Er sollte recht behalten. Auf dem Foundations Forum 1995 in Los Angeles tuschelte bereits die internationale Rockprominenz über jenen ‘psychisch kranken Dudelsackspieler’, der mit seiner Combo die Offenbarung modernen Metals auf den Planeten Erde gesetzt habe. Über zwei Gitarristen, die mit ihren Siebensaitigen Dinge anstellen würden, die Steve Vai im Traum nicht einfallen würden. Über einen Bass-Sound, der mehr mit fettem HipHop gemein hatte als mit Heavy Metal. Und über die Schauer erzeugenden Heulkrämpfe von Frontmann Jonathan Davis in „Helmet In The Bush", während derer im Studio das Band einfach weiterlief. Korn verliehen dem Metal exakt die Sorte Authentizität, die ihm abhanden gekommen war. Insofern verloren Korn mit später folgenden Alben im Grunde nur das, was man dem Metal einst selbst gegeben hatte.

Leserbewertung: 12.0/12

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