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0 Autor: André Boße

The Go-Betweens - Oceans Apart

Oceans Apart

Die alte Zuverlässigkeit: Zehn neue, brav zwischen den zwei Liedschreibern aufgeteilte Songs einer Band, die gar nicht wüsste, wie man eine schlechte Platte machen sollte.

Zeitlos ist wohl das beste Attribut, das man den Go-Betweens verpassen kann. 1978

gegründet, 1989 aufgelöst, 2000 wiedervereinigt – alles Zahlen, alles egal, denn

wirklich geändert hat sich die Musik der Band nicht. "Kultig" ist ein anderes gern

genanntes Adjektiv, doch so recht macht das keinen Sinn. Sicher: Die Band hat mit

Robert Foster und Grant W. McLennan zwei vom Ansatz her sehr verschiedene Songwriter,

und die Nerds wissen es zu schätzen, dass alle Platten der ersten Phase zwei L's im

Titel hatten. Ansonsten machen die Go-Betweens halt sehr zuverlässig verdammt gute

Musik, die geschickt den Raum zwischen Pop und Indie ausfüllt. Das gilt auch für

"Oceans Apart", die dritte Platte nach dem Comeback. Der kauzige Foster hat wieder ein

paar genialische Handstreiche vorgelegt: Songs über Städte (inspiriert von der

Wahlheimat London), Schriftsteller oder Familiensoziologie. Beim ersten Hören wirken

diese Lieder spröde, doch offenbart sich die Herzlichkeit spätestens dann, wenn man

glaubt, die Lyrics verstanden zu haben. Die fünf McLennan-Songs machen es einem da wie

immer einfacher: Warmer Pop, eine Heizung in Moll und Dur. Hier geht es um Beziehungen:

Man findet sich, widmet sich Nächte und spendet Trost. Die Melodien sind wie gewohnt

großartig, nur die Produktion wirkt ab und an ein bisschen distanziert – und sie dem

Hörer zu entreißen, ist das Letzte, was man mit McLennan-Songs machen sollte.

Bewertung: 8/12

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