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0 Autor: Dirk Siepe

Monster Magnet - Spine Of God (Platten der Neunziger)

Spine Of God (Platten der Neunziger)
  • VÖ: 06.12.1991
  • Label: Glitterhouse
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 82 - Schönheit der Ausgabe

Monster Magnet haben gleich mit ihrem Longplay-Debüt einen mächtigen Stein ins Rollen gebracht.

Es gibt immer wieder Alben, die sind so intensiv, dass sie bei den Menschen, die sie sich zu Gemüte führen, das unwiderstehliche Bedürfnis auslösen, ein Instrument zu ergreifen und selbst zum aktiv Musizierenden zu werden. Als Monster Magnet Anfang der Neunziger mit "Spine Of God" im Gepäck durch deutsche Clubs tourten, konnte ich in meinem Freundeskreis einen ähnlichen Effekt beobachten. In einer Band spielte man meist schon, aber statt Hard- oder Punkrock war jetzt so genannter "Drogenrock" das Gebot der Stunde. Nach Einahme der adäquaten Substanzen wurden Verstärker und Effektgeräte bis an die Grenzen ausgetestet und von Fernreisen mitgebrachte Instrumente auf Biegen und Brechen in den Sound integriert. Was war geschehen? Vier schlampig gekleidete Jungs mit dem Image von Halluzinogene schluckenden Biker-Rockern stellten sich ins bunte Licht psychedelischer Dia-Projektionen, hüllten ihren mit Stooges-Benzin und Hawkwind-Öl angetriebenen Garagenrock in sphärisches Gewaber, wippten mit dem Wah-Wah-Pedal bis es ausgeleiert war und krönten diese spacige Suppe mit ein paar benebelten, aber bedeutungsschwangeren Textfetzen. Als "a satanic drug thing... you wouldn’t understand" deklarierten Dave Wyndorf, John McBain, Jon Kleiman und Joe Calandra ihre Musik, aber einige Leute hatten wohl doch verstanden, worum es bei ausufernden Monster-Epen wie "Black Mastermind", "Ozium", dem Titeltrack oder dem bereits vor gut einem Jahr auf unserer CD als Klassiker gewürdigten Killersong "Nod Scene" ging. Doch auch im Popsong-Format von dreieinhalb Minuten besaßen Monster Magnet die Fähigkeit, bewusstseinserweiternd zu rocken, was sieben Jahre später mit dem erfolgreichen "Powertrip" zur Perfektion gereift war. Und so sehr diese beiden Alben sich auch unterscheiden, ist es schon bemerkenswert, wie treu sich diese Band immer geblieben ist.

Leserbewertung: 11.2/12

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