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0 Autor: Wolf Kampmann

Beth Orton - Central Reservation

Central Reservation

Daß die Londoner Sängerin Beth Orton was zu singen hat, hört man von der ersten Silbe an. Sie ist eine wohltuende Alternative zu den ewig gleich klingenden Alternative-Girlies, die sich auf den Spielwiesen zwischen Naivität und Verworfenheit tummeln und die Ausstrahlung eines Liters Milch haben. In ihren Songs schwingen die Zeitvergessenheit des Folk, die Poesie des Blues und die Leidenschaft des Jazz mit. Vor allem aber hat sie eine sichere Hand darin, für einen jeweiligen vokalen Kontext die passende Umgebung zu schaffen, sei es eine einfache Rockband, ein von Doctor John gespieltes Honky-Tonk-Klimper-Piano oder ein großes Streichorchester. Trotzdem verkauft sie sich irgendwie unter Wert. Etwas fehlt, von dem sich schwer definieren läßt, was es ist. Vielleicht lasten ein wenig zu stark die Schatten von Tracy Chapman und KD Lang auf ihr. Oder ist es gar der von Van Morrison? Möglicherweise hat sie auch einfach noch nicht hundertprozentig zu sich selbst gefunden. „Central Reservation“ ist das Dokument einer Suche, doch eine zentrale Position in der britischen Singer/Songwriter-Szene kann Beth Orton für alle Fälle schon mal für sich reservieren.

Bewertung: 9/12

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