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11.04.2008 | 16:20 0 Autor: Michael Markefka RSS Feed

Vorwärtsschritt nach hinten

News 9351Altgediente Superstars schließen sich bekanntlich gerne zu Supergroups zusammen. J Mascis von Dinosaur Jr geht einen anderen Weg: Er holt sich alte Freunde ins Boot und kehrt zu seinem ersten Instrument zurück. Das Ergebnis: Witch.

Eigentlich könnte J Mascis sich entspannt zurücklehnen und auf die lange Geschichte seiner Musiklaufbahn zurückblicken. Seit mehr als 20 Jahren im Geschäft hat er so gut wie alles schon gemacht: Songs geschrieben, gesungen, Gitarre gespielt, Drums windelweich geprügelt, produziert und sogar Filme vertont. Und vor allem: Dinosaur Jr mitbegründet und so die frühen Stunden des Alternative-Rock mitbestimmt. Aber Mascis ist weit davon entfernt stehenzubleiben und zum Fossil zu erstarren. Denn neben der Dinosaurier-Wiedervereinigung schienen ihn selbst Buch- und Filmaufträge nicht auszulasten. Er gründete Witch.

Bei diesem Projekt schöpft Mascis aus der persönlichen Vergangenheit, wenn er gewissermaßen in seine Urzeit zurückgeht und tief buddelt. Obgleich mit Gitarre und Gesang berühmt geworden, erlernte der junge J zuerst das Schlagzeugspielen, zu hören auf einer 7inch-EP seiner damaligen Punkband Deep Wound. Verbunden mit langjährigen Freunden und deren Instrumenten entstand daraus 2005 Witch. Mascis rekrutierte Dave Sweetapple für den Bass sowie die beiden Feathers-Mitglieder Kyle Thomas für Gesang und Gitarre und Kurt Weisman ebenfalls für die Gitarre.

Bereits 2006 erschien das selbstbetitelte Debütalbum bei Tee Pee Records und lieferte deftigen Classic-Rock-Sound in modernerem Anstrich. Für den demnächst erscheinenden Nachfolger "Paralyzed" blieb man sich selbst treu und entwickelte den eigenen Stil weiter: Man wollte zu den Punkrock-Wurzeln zurück und sich mehr auf die Rhythmus-Sektion konzentrieren - Musik zusammengeschweißt von hämmernden Drums und donnerndem Bass. In dieses Fundament fügen sich Toneffektexperimente und klangliche Texturen, die sich mit den melodischen Gitarrenlinien ergänzen. Einen ersten Eindruck liefern die zwei aus dem Album verfügbaren Lieder bei MySpace. Der Rest folgt am 16. Mai, wenn der Tonträger erneut über Tee Pee Records erscheint.

Doch Musik aus der Konserve erzählt nur die halbe Wahrheit. Live haben sich Witch einem noch wilderen, organischeren Sound verschrieben. Die 28-Zoll-Bassdrum gibt vielversprechend die Marschrichtung vor. Wer sich vom Live-Auftritt der Band selbst überzeugen will, kann dies an folgenden Terminen tun:
14.04. Berlin - Columbia Club
16.04. Hamburg - Logo
20.04. Weinheim - Café Central
22.04. CH-Zürich - Mascotte Club
24.04. CH-Düdingen - Bad Bonn
26.04. Köln – Underground
Tickets sind im VISIONS Ticketshop erhältlich.

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