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15.08.2022 | 14:45 4 Autor: Lukas Schumacher RSS Feed

Mantar sagen Teile ihrer Tour wegen geringer Ticketverkäufe ab

News 32768

Foto: Matthis Van Der Meulen

Mantar wenden sich mit deutlichen Worten an Fans sowie Musikindustrie und zeichnen ein düsteres Bild für die Zukunt kleiner bis mittlere Konzerte. Zudem müssen weitere Konzerte verschoben werden.

"Die Leute sehen volle Stadien bei Rammstein, eine gut gelaunte Menschenmasse beim lokalen Ärzte-Konzert und versöhnliche Bilder [...] vom Rock Am Ring. Das ist jedoch leider nicht das, was wir erleben [...]." Mit diesen deutlichen Worten hat sich das Sludge-Duo Mantar aus Bremen auf ihren sozialen Netzwerken an die Öffentlichkeit gewandt. In einem ausführlichen Statement erklärt die Band, ihre Situation, die nur exemplarisch für eine Vielzahl von Bands steht und keinesfalls ein Einzelfall ist.

Die Band muss einige Konzerte der Tour zu ihrem aktuellen Album "Pain Is Forever And This Is The End" erneut verschieben und weitere komplett absagen, da einfach "viel zu wenig Tickets gekauft werden". Laut eigener Aussage liegt der Vorverkauf nur bei etwa 30 - 50 Prozent von dem, was "mal normal war", teilweise sogar darunter. Mantar erwähnen zudem immer wieder, dass die Situation absolut verständlich sei und sie "zu 100 Prozent" verstehen, dass Fans sich aktuell "leider den Kopf mit anderen Dingen füllen müssen" oder dank Ukraine-Krieg und Energiekrise schlichtweg nicht die finanziellen Mittel für Tickets haben. Trotzdem nennen sie auch die einzig mögliche Lösung: "Wenn ihr wollt, dass die Nummer irgendwann wieder normal wird und die Kuh langsam vom Eis soll, dann wird das nur was, wenn Tickets gekauft werden [...]." Zudem geben Mantar die Absage einer ihrer Supportbands Nightmarer bekannt, da sich diese "das Touren in Deutschland unter den gegebenen Umständen sprichwörtlich nicht leisten können".

Von der kompletten Absage betroffen sind die Konzerte in München, Wiesbaden, Nürnberg, Rostock und Leipzig. Die Shows in Hannover, Köln und Essen konnten verschoben werden. Tickets gibt es weiterhin bei Eventim und bei den jeweiligen örtlichen Veranstaltern. Der Auftritt beim Hellseatic Festival in Bremen ist nicht betroffen.

Mantar ist eine der ersten Bands, die sich so deutlich zur aktuellen Situation der Branche äußern - zuvor hatte bereits das Ruhrpott Rodeo trotz erfolgreicher Durchführung des diesjährigen Festivals von einer "finanziellen Schieflage" gesprochen. Ähnlich äußerten sich die Verantwortlichen des Mission Ready Festival und des Junkfest Open Air im Dortmunder Junkyard.

Instagram-Post: Mantar sagen Teile ihrer Tour ab, teilen ausführliches Statement

VISIONS empfiehlt:
Mantar (2022)

10.09. Hellseatic Festival - Bremen (Bremer Woll-Kämmerei)
15.09. Köln - Gebäude 9
24.09. Hamburg - Fabrik
29.09. Essen - Turock
30.09. Stuttgart - Im Wizemann
07.10. Hannover - Bei Chez Heinz
08.10. Berlin - Columbia Theater

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Kommentare (4)

Avatar von CAILLOU CAILLOU 15.08.2022 | 15:06

Moin,
vielleicht könntet ihr mal erwähnen, dass es Tickets für viele Konzerte nicht nur bei Eventim gibt. Deren Verhalten bei der Rückgabe von Tickets für abgesagte Konzerte sollte nämlich keineswegs unterstützt werden. Sicherlich auch einer von vielen Gründen bei der Zurückhaltung beim Ticketkauf.
Also kauft Tickets - aber wenn möglich Veranstalter direkt oder bei kleineren Händlern.
Gruß

Avatar von jonassilbermannschoen jonassilbermannschoen 16.08.2022 | 10:13

@CAILLOU Guter Hinweis! Haben wir entsprechend ergänzt. Da viele verschiedene örtliche Veranstalter zuständig sind, konnten wir diese allerdings nicht alle für euch auflisten.

Avatar von killjoker killjoker 17.08.2022 | 16:00

Was ist denn das Problem mit Eventim? Ein Freund konnte dort sogarseinen Angaben zufolge seine 2 Tickets regulär zurückgeben, da eine zeitliche Verhinderung bei ihm und seiner Freundin vorlag.

Avatar von locustspawn locustspawn 17.08.2022 | 18:56

Lieber Mantar,
alles Sch... gerade, stimmt schon. Wer hätte nach nahezu 3 Jahren Corona-Pause damit gerechnet, dass Konzerte teilweise sooo schlecht besucht werden. Ich auch nicht. Von daher bin ich (nicht nur als Fan) voll auf eurer Seite. Wenn keiner Tickets für Konzis kauft, finden bald keine mehr statt. So einfach ist das.
Natürlich liegen viele der Gründe auf der Hand: Angst vor Ansteckung, gestiegene Preise, Nachhole-Termine und, und, und ... Trotzdem möchte ich hier mal noch auf einen weiteren Umstand hinweisen, der in der gegenwärtigen Diskussion kaum Berücksichtigung findet.
Momentan ist es für einen Musikliebhaber, der einen recht breiten Musikgeschmack hat, gar kein Problem, Woche für Woche ein Konzert einer Kracherband (aus Übersee) zu besuchen, die sich noch nie, schon lange nicht mehr oder bislang nur mit Einzel-Gigs in Deutschland hat blicken lassen. Ich mach das mal an der Stadt Leipzig fest. Allein in den Monaten September bis November kann man im UT-Connewitz Protomartyr, Colin Stetson, The Notwist, Pallbearer, Elder, Jarboe, All them Witches, Mudhoney und Stereolab erleben.
Für eine Band wie Mantar, die vor (und tw. auch während) Corona eigentlich mehr auf der Straße als zu Hause unterwegs war und sämtliche Bühnen der Republik bespielt hat - sprich: die SEHR PRÄSENT WAR UND IST - fehlt da offenbar auch ein wenig das Interesse. Klingt hart und ist beschissen unfair, ich weiß. Im Endeffekt kann ich mir sowas aber durch aus vorstellen. oder ist das zu weit hergeholt???
Schimpfen erwünscht,
beste Grüße,
Christian aus Jena

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