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27.06.2022 | 09:35 0 Autor: Dennis Drögemüller RSS Feed

Nach US-Gerichtsurteil: Rage Against The Machine, Rise Against, Green Day und mehr fordern Recht auf Abtreibung

News 32648

Foto: Robin Harper

Nach der Aufhebung eines grundlegenden Urteils zum Recht auf Abtreibung durch den US-Supreme-Court üben zahlreiche US-Musiker:innen scharfe Kritik. Rage Against The Machine, Green Day, Rise Against und zahlreiche andere kritisierten die Entwicklung in deutlichen Worten und spendeten teilweise Gagen an Hilfsorganisationen.

Rage Against The Machine hatten sich bereits im Vorfeld des Urteils gegen dieses positioniert, nachdem sich die Entscheidung aufgrund eines Leaks interner Gerichtsdokumente bereits angekündigt hatte. Die tatsächliche Aufhebung des Urteils Roe v. Wade von 1973, mit dem in den USA landesweit das Recht auf Abtreibung festgeschrieben gewesen war, motivierte die Band nun erneut zu einer Reaktion. Sie seien "angewidert" von der Entscheidung und den "verheerenden Folgen, die sie für Dutzende Millionen von Menschen haben wird", so die Band in einem Statement. Sie werde 475.000 US-Dollar an Organisationen spenden, die Abtreibungswillige unterstützen. Das Geld war über den Verkauf von Benefiztickets für zwei kommende US-Shows der Band zusammengekommen. Gitarrist Tom Morello teilte zudem eine persönliche Geschichte, wie seine Urgroßmutter an einer illegalen Abtreibung gestorben war und dies die Familie in mehrerer Hinsicht schwer getroffen hatte.

Auch Coheed And Cambria kündigten an, die Einnahmen eines Konzerts, mindestens aber 25.000 US-Dollar an eine Hilfsorganisation zu spenden. Rise Against lieferten direkt eine klare Analyse der Situation und formulierten, das Urteil repräsentiere nicht die USA als Ganzes sondern "die Herrschaft der Wenigen über die Vielen" und die US-Bundesstaaten, die nun Abtreibungen per Gesetz illegal machen würden, hätten "nicht Abtreibungen abgeschafft, sondern sichere Abtreibungen", was vor allem ärmere und benachteiligte Menschen hart treffen würde.

Green Day-Frontmann Billie Joe Armstrong wiederum steigerte sich bei einem Konzert in London in eine kurze Wutrede hinein. "Scheiß auf Amerika, ich gebe meine Staatsbürgerschaft ab", entfuhr es ihm unter anderem, über ein so "armseliges scheiß Jammerbild von einem Land" könne man nur wütend werden. Auch Phoebe Bridgers nutzte die Bühne, in diesem Fall beim britischen Glastonbury Festival, um mit einem "Fuck The Supreme Court"-Schlachtruf all den "irrelevanten alten Mutterfickern", entgegen zu treten, die Frauen diktieren wollen würden, was sie mit ihrem Körper tun können. Bridgers hatte sich auch zuvor schon deutlich gegen Bestrebungen positioniert, das Abreibungsrecht zu schwächen. Mit Joe Talbot von Idles äußerte sich an gleicher Stelle noch jemand zum Thema: Den Song "Mother" seiner Band widmete er "jeder Mutter und jeder Frau und ihrem Recht, zu entscheiden, ob sie eine Mutter sein will".

Jack White verfasste einen längeren, zornigen Post, in dem er direkt Ex-US-Präsident Donald Trump ansprach und für die Entwicklungen (mit-)verantwortlich machte. "Ich hoffe dein Vater lächelt und winkt dir vom Himmel aus zu, während er in der anderen Hand eine Liste all der Abtreibungen hält, die heimlich von dir bezahlt hinter verschlossenen Türen stattgefunden haben", äußerte er darin am Ende einen klaren Bigotterie-Vorwurf an Trump, stellvertretend für die US-Konservativen.

Die am Freitag, den 24. Juni verkündete Entscheidung des obersten US-Gerichts, das Abtreibungsrecht zu kippen, hatte bei vielen Menschen Entsetzen ausgelöst. Voraussichtlich rund die Hälfte der US-Bundesstaaten werden Abtreibungen illegalisieren. Zahlreiche Menschen protestierten auf den Straßen gegen das Urteil.

Social-Media-Posts: US-Musiker:innen setzen sich für Recht auf Abtreibung ein

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