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22.01.2021 | 11:00 1 Autor: Dennis Drögemüller RSS Feed

Glastonbury Festival abgesagt

Das britische Glastonbury Festival wird auch 2021 nicht stattfinden. Die Organisatoren teilten mit, auch in diesem Jahr sei es ihnen wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie nicht möglich, ihr Festival guten Gewissens zu veranstalten. Die Veranstaltungsbranche reagierte enttäuscht und forderte erneut Unterstützung von der Politik.

"Mit großem Bedauern müssen wir euch mitteilen, dass das diesjährige Glastonbury Festival nicht stattfinden wird und es ein weiteres erzwungenes Ruhejahr für uns werden wird", schrieben die Glastonbury-Organisatoren Michael und Emily Eavis. Beide sprachen im Folgenden davon, dass trotz großer Bemühungen offensichtlich geworden sei, dass das Festival nicht stattfinden könne. Käufer von Festival-Ticket-Optionen können nun an diesen festhalten, sie bleiben für 2022 gültig.

Die Macher sprachen den Grund der Absage nicht explizit aus, zwischen den Zeilen wurde jedoch deutlich, dass die Coronavirus-Pandemie die Durchführung des eigentlich für Ende Juni geplanten Festivals verhindert. Ob es sich um Probleme mit Hygiene-Auflagen, die Teilnahme von Bands (auch wegen möglicher Reisebeschränkungen) oder etwa eine rein präventive Vorsichtsmaßnahme handelt, ließen sie offen. Schon im vergangenen Sommer hätte das im Südwesten Englands beheimatete Traditionsfestival sein 50-jähriges Bestehen feiern wollen, war aber wie andere Großveranstaltungen auch wegen der Pandemie zu einer Absage gezwungen gewesen. Noch Anfang Januar hatte Michael Eavis Hoffnungen geäußert, das Glastonbury in diesem Jahr wie geplant stattfinden zu lassen, wenn bis dahin ausreichend viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft seien.

Die Reaktionen aus der Musikindustrie auf die Absage fielen einstimmig aus: Zahlreiche Musiker, Medienmacher und Kulturpolitiker bedauerten die Absage und riefen die Politik auf, endlich die Krise der Veranstaltungsbranche ernst zu nehmen und dringend notwendige Hilfe zu leisten. Diverse Festivalmacher hoffen derweil weiter, mit strengen Hygiene-Konzepten und fortschreitenden Impfungen ihre Veranstaltungen dennoch im Sommer 2021 durchführen zu können. Zuletzt hatte etwa eine vom spanischen Primavera Sound Festival beauftragte Konzert-Studie Hoffnungen geschürt, Konzerte und Festivals unter Einsatz von Masken, Schnelltests und gut geplanter Logistik (sowie im Falle von Indoor-Veranstaltungen guter Lüftungssysteme) trotz Corona umsetzen zu können. Deutsche Festival-Flagschiffe wie Hurricane/Southside oder Rock am Ring/Rock im Park sind bislang unverändert für den Sommer geplant.

Die Absage des renommierten Glastonbury Festivals erinnert ein wenig an den Präzedenzfall South By Southwest (SXSW) Anfang März 2020: Damals war das bedeutende Showcase-Festival als eine der ersten großen Veranstaltungen abgesagt worden - bevor nur wenige Tage später eine Welle von Konzertabsagen losbrach und die Bundesregierung schrittweise Konzerte und öffentliches Leben einschränkte. In der Folge wurde auch der gesamte Festivalsommer 2020 abgesagt.

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Kommentare (1)

Avatar von Oliver Scholl Oliver Scholl 23.01.2021 | 04:24

Ich befürchte ehrlich gesagt, dass sich die Welle der Absagen und am Ende des kompletten Festival-Sommers auch 2021 wiederholen wird!
Ich würde mich aber auch wahnsinnig freuen, wenn ich komplett falsch liege!

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