Zur mobilen Seite wechseln
10.02.2020 | 15:23 0 Autor: Jan Schwarzkamp RSS Feed

Apollo Masters: Brand bei Speziallack-Hersteller könnte globale Folgen für Vinylmarkt haben

News 30583

Foto: Evan-Amos (Public Domain)

Das kalifornische Apollo Masters-Werk ist von einem Feuer zerstört worden. Es ist eines von weltweit nur zwei Werken, die einen Speziallack hergestellt haben, der für Master-Matrizen gebraucht wird. Möglicherweise bekommen auch Vinyl-Liebhaber die Auswirkungen zu spüren.

In Banning, Kalifornien ist die Apollo Masters Corp. ansässig. Vergangenen Donnerstag schlug dort ein Feuer zu, das von 82 Einsatzkräften in knapp drei Stunden gelöscht werden konnte. Ein verheerendes Unglück für die Plattenindustrie, denn Apollo Masters hat seit Jahrzehnten den Speziallack hergestellt, der für die Herstellung von Master-Platten für die Vinyl-Produktion gebraucht wird. Immerhin ist keiner der Mitarbeiter verletzt worden, obwohl diese sich im Gebäude befanden, als das Feuer ausbrach.

In einer Stellungnahme der Firma heißt es: "Wir verlauten mit großer Trauer, dass das Apollo Masters Herstellungs- und Aufbewahrungswerk einem zerstörerischen Feuer zum Opfer gefallen ist und katastrophale Schäden erlitt. Die beste Nachricht ist, dass alle unsere Angestellten in Sicherheit sind. Wir sind unsicher, wie unsere Zukunft aussehen wird und evaluieren Optionen, während wir durch die schwere Zeit manövrieren."

"Nach meiner Einschätzung wird dieses Feuer zu einem Problem für die weltweite Vinyl-Industrie", so schätzt es Ben Blackwell, Mitbegründer von Jack Whites Vinyl-Liebhaber-Label Third Man Records in einem Interview mit Pitchfork.com ein. "Es gibt nur zwei Firmen weltweit, die diesen Lack herstellen - und die andere ist MDC in Japan, die schon vor dieser Entwicklung Probleme hatten, der Nachfrage gerecht zu werden." Er fügte hinzu, dass Apollo außerdem "der Haupt- oder vielleicht sogar der einzige Anbieter für Schneidköpfe" sei, die zur Erstellung von Lackfolien-Vorlagen fürs Presswerk genutzt werden. Wie schwer die Auswirkungen sein könnten, sei noch nicht abschätzbar.

Betreffen könnte es vor allem die Herstellung hochwertiger Vinyl-Produktionen. In einem Interview mit dem Blog Smack kommentierte David Read, Chef des kanadischen Tonträger-Herstellungs-Services Duplication, dass er das "Direct Metal Mastering" als möglichen alternativen Herstellungsprozess sehe, der nun gefragter werden könnte. Bei diesem brauche man zwar sehr spezielle Maschinerie, aber keinen Speziallack. Allerdings wirke sich das auch auf den Klang der Schallplatten aus.

Bitte einloggen, wenn du diese News kommentieren möchtest.