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20.11.2019 | 10:28 0 Autor: Dennis Drögemüller RSS Feed

Feine Sahne Fischfilet erwirken Unterlassungserklärung von Berliner CDU und Bezirksamt Spandau

News 30401

Foto: Bastian Bochinski

Feine Sahne Fischfilet haben erfolgreich eine Unterlassungserklärung von der Berliner CDU-Fraktion sowie dem Bezirksamt Spandau erwirkt. Beide hatten im Zusammenhang mit einem Konzert der Band falsche Informationen verbreitet - offenbar getrieben von einer Anfrage der Berliner AfD-Fraktion.

Am 23. August hatten Feine Sahne Fischfilet in der Zitadelle Spandau ein Konzert vor rund 10.000 Fans gespielt. Dieses fand laut Presseinformationen friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle statt, angeblich gab es sogar ungewöhnlich wenige Sanitäter-Einsätze. Während der Show hatte die Band zum Thema gemacht, dass von der Zitadelle auch Räume "an AfD und neurechte Gruppierungen vermietet werden."

Die Berliner AfD-Fraktion hatte daraufhin in der Bezirksverordnetenversammlung Spandau eine große Anfrage eingereicht, in der sie die Band verschiedener Rechtsverstöße verdächtigte - mit dem Ziel, ihr weitere Konzerte untersagen zu lassen. Unter anderem sei illegal Pyrotechnik eingesetzt worden und vor der Bühne Alkohol in Glasflaschen an die Fans ausgegeben worden. Das Bezirksamt Spandau hatte diese Vorwürfe in einer Pressemitteilung vom 26. September ebenfalls verbreitet und als Konsequenz dem Veranstalter Festsaal Kreuzberg GmbH weitere Shows in der Zitadelle untersagt sowie verschärfte Sicherheitskontrollen gegen mitgebrachte Pyrotechnik angekündigt. Der Bezirksstadtrat für Kultur, Gerhard Hanke (CDU), hatte zudem als Reaktion auf die AfD-Anfrage zu Protokoll gegeben: "Sie werden diese Gruppe dort nicht mehr sehen, das kann ich Ihnen zusagen." Später war er zurückgerudert und hatte seine Kritik auf den Veranstalter konzentriert. Die CDU verbreitet die Vorwürfe ebenfalls auf Facebook.

Die Band reagierte schon kurz nach der Mitteilung des Bezirksamtes Spandau: Die Pyrotechnik auf der Bühne sei genehmigt gewesen, die im Publikum könne man nicht dem Veranstalter vorwerfen, der keinen Einfluss auf die Sicherheitskontrollen gehabt habe. Ebenso sei eine Diskussionsveranstaltung zum Thema "Rechtspopulismus und wie dieser um kulturelle Hegemonie ringt" Teil des Konzertes gewesen und damit keinesfalls eine dem Veranstalter "nicht genehmigte politische Veranstaltung". Vor allem aber seien zu keinem Zeitpunkt Glasflaschen an die Zuschauer ausgegeben worden, sondern lediglich kleine Plastikflaschen.

Nun hat die Band juristisch gegen den Glasflaschenvorwurf gesiegt: Das Bezirksamt Spandau musste eine Richtigstellung veröffentlichen (die anderen Aussagen abseits des Glasflaschenvorwurfs blieben allerdings "unberührt"), die Berliner CDU-Fraktion ihren Facebook-Post löschen und eine Unterlassungserklärung abgeben; beide tragen die Anwaltskosten der Band. Die Entscheidung kommentierten sie nicht weiter. Feine Sahne Fischfilet freuten sich auf Facebook über den Erfolg und konnten sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Sollte eine Partei, die nicht mal Plastikflaschen von Glasflaschen unterscheiden kann, wirklich ein Land regieren?"

Feine Sahne Fischfilet gehen mit ihrem linkspolitischen Punk, mit dem sie sich regelmäßig gegen Rechtsextremisten und Rechtspopulisten wenden und dafür von einschlägiger Seite Hass und Hetze ernten, in Kürze wieder auf Arena-Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Karten gibt es bei Eventim.

Auch im vergangenen Jahr hatte es bereits eine Diskussion um Feine Sahne Fischfilet gegeben, nachdem das Bauhaus Dessau unter dem Druck rechter Gruppierungen ein Konzert der Band abgesagt hatte. Auch AfD und CDU hatten damals Kritik an den Konzertplänen geäußert. Die Absage hatte VISIONS damals als "Skandal" kommentiert.

Facebook-Post: Feine Sahne Fischfilet nehmen Stellung zu Vorwürfen nach Konzert in der Zitadelle Spandau

Facebook-Post: Feine Sahne Fischfilet freut sich über juristischen Erfolg

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Feine Sahne Fischfilet

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