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07.08.2019 | 14:00 9 Autor: Dennis Drögemüller RSS Feed

Tool streamen Titeltrack von neuer Platte "Fear Inoculum"

News 30155

Foto: Travis Shinn

13 Jahre Warten haben fast ein Ende: Tool haben mit dem Titeltrack ihrer kommenden neuen Platte "Fear Inoculum" endlich neue Musik vorgestellt. Der Song entpuppt sich als epischer, für die Band sehr typischer Longtrack.

"Fear Inoculum" baut sich langsam auf: Triangeln oder Klangschalen und anschwellende und sich überlagernde Gitarrentöne, später dann etwas Percussion - gut 90 Sekunden nehmen Tool sich Zeit, bis eines ihrer typischen Riffs angewachsen ist und Frontmann Maynard James Keenan süß und hell zu singen beginnt. Von da an gewinnt das zu Beginn noch recht luftige und dezent orientalisch angehauchte "Fear Inoculum" etwas an Härte und Spannung, pendelt aber immer wieder zurück zu seinen leichteren Momenten, bis Keenan zur Hälfte des Tracks eine erhabene Gesangslinie aus dem Track herausschält. Zuvor hat er schon eine Spoken-Word-Passage eingestreut, in der zweiten Hälfte klingt "Fear Inoculum" dann zunehmend kraftvoller - gegen Ende darf Schlagzeuger Danny Carey sogar die Double-Bass auspacken.

Mit Erscheinen des neuen Tracks kann man das neue Album auch schon digital bei den gängigen Streaming-Diensten vormerken. Außerdem erscheint das Album auf CD als besondere, von Gitarrist Adam Jones entworfene Special Edition mit einem wiederaufladbaren 4-Zoll-HD-Screen mit exklusivem Video-Footage, einem USB-Ladekabel, einem Zwei-Watt-Lautsprecher, einem 36-seitiges Booklet und einer digitale Download-Card. Diese CD-Version - die mit einem Preis von bis zu 100 Euro in jeder Hinsicht eher Sammlerstück als schlichtes Album ist - kann man ab sofort vorbestellen, Informationen zum Vinyl-Release sollen später folgen. Online listen manche Anbieter auch eine Standard-CD-Variante, Informationen zu dieser gab es von offizieller Seite bislang allerdings nicht.

Der neue Track ist der vorläufige Höhepunkt in einer langen Reihe von kleinen Schritten zum neuen Album, das am 30. August in den Läden stehen wird: Erst gestern hatten Tool das Cover der Platte veröffentlicht. Schon Ende Juli hatte die Band den Albumtitel verraten, der offenbar einen Zeitgeist in den Blick nimmt, in dem sich Angst wie ein schädliches Virus verbereitet. Außerdem war parallel der Tool-Backkatalog auf Streaming-Diensten erschienen, nachdem die Songs der Band jahrelang auf den einschlägigen Plattformen gefehlt hatten. Zwischendurch hatte etwa Gitarrist Adam Jones auch schon durchblicken lassen, dass das Album rund 80 Minuten Spielzeit und sieben Songs umfassen soll, die explizit nicht radiotauglich seien.

Schon im Zuge von Tools erstem Deutschland-Konzert seit langer Zeit in Berlin Anfang Juni hatten wir uns in VISIONS 316 dem langen Weg zum neuen Tool-Album gewidmet, auf das Fans bereits seit dem Release von "10,000 Days" im Jahr 2006 warten. Unter anderem hatte ein Rechtsstreit die Band jahrelang ausgebremst, in den vergangenen Jahren hielt die Band zwar wiederholt angepeilte Releasetermine nicht ein, Stück für Stück konkretisierte sich die Veröffentlichung aber doch.

Stream: Tool - "Fear Inoculum"

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Kommentare (9)

Avatar von Colfax Road Colfax Road 07.08.2019 | 14:37

wow, 13 Jahre und nicht die allerkleinste Weiterentwicklung, stattdessen für Tool-Verhältnisse geradezu lächerlich generische Riffs, na dann.

Avatar von Genz Genz 07.08.2019 | 18:44

Ich war selten von Musik so gelangweilt wie bei diesem Song ...

Avatar von KERNONE KERNONE 07.08.2019 | 23:09

Großartiger Song. Zu Beginn angenehm zurückhaltend, Schritt für Schritt sich steigernd,technisch perfekt, jede Nuance durchdacht und auf den Punkt. Ganz und gar nicht langweilig. Tool sind großartige Musiker. Kann die negativen Kommentare nicht verstehen.

Avatar von Oliver Scholl Oliver Scholl 07.08.2019 | 23:10

Ich kann nicht nachvollziehen, wie man die Großartigkeit und Genialität dieses Songs nicht erkennen kann!
Wahrscheinlich ist es jetzt wieder in, die neue TOOL scheiße zu finden - anders ist es nicht zu erklären. Das hat auch nichts mit Geschmack zu tun.
Wenn man etwas anderes erwartet, OK - aber wer in Verbindung mit diesem Song von "lächerlich generischen Riffs" und "gelangweilt" spricht, der sollte noch mal ganz vorne bei Rolf Zuckowski anfangen.

Avatar von draven draven 08.08.2019 | 19:24

Ich habe nach dem Song mal die Sonderedition vorbestellt. Übers Ausland nebenbei inkl Zoll für knapp die Hälfte. Das Lied hätte auch gut auf das letzte Album gepasst. Wirklich sehr gut, aber ich erhoffe mir dennoch ein paar Überraschungen

Avatar von Stoner Tom Stoner Tom 08.08.2019 | 19:40

Daß Tool das Rad nicht neu erfinden werden, war klar. Guter erster Appetizer vom anstehenden Album. Ist gekauft. Toolalben muss man immer mehrmals hören, bevor sie richtig zünden.

Avatar von Defender81 Defender81 09.08.2019 | 11:48

Nach mehrmaligem Hören gefällt der Song mir inzwischen richtig gut. Ganz ehrlich: Schism hatte bei mir damals auch nicht sofort gezündet ;)

Avatar von deadlikedeatha deadlikedeatha 10.08.2019 | 16:11

Finde auch dass man die Kirche im Dorf lassen sollte. Für meinen Begriff muss die Musik auch immer ein Bauch-/Wutgefühl (für Metal-Szene eher zutreffend) transportieren. Und Gefühle kann man eben nicht jahrelang schmoren oder dieselbe sich bis in die letzte Ecke ausdenken. Was ich für mich sagen kann - in meiner Musikwelt sind Tool nicht bedeutender als Black Flag.

Avatar von BennossBenares BennossBenares 18.08.2019 | 23:28

Dieser Track ist Tool. Ganz klar. Dennoch war ich etwas enttäuscht, denn mir fehlt etwas. Sieht man sich "The Grudge" an, ist im Vergleich zu diesem Track die Gewalt irgendwie verschwunden. Zudem ist in TG mehr Spiritualität vorhanden, mehr von "innerer Weitsicht", was hier irgendwie total fehlt. Vielleicht haben Tool auch aufgehört, LSD zu glorifizieren oder aber haben einen Songberater an der Seite gehabt. Und weiterentwickelt haben sich Tool nicht, müssen Sie auch nicht, aber nach all den Jahren, Ankündigungen (dem peinlichen Patzer mit Pucifer, denn das war Grotte pur)dem Getue auf YT und Twitter, nach all dem Qualen dann das? Ich hoffe doch sehr, das der Rest des Albums mich eines besseren belehrt, denn meine Entscheidung blind die Limited Edition zu kaufen (für 100!!! Euro) ist erstmal vom Tisch. Und wo zum Teufel ist Alex Grey???

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