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27.11.2018 | 15:12 1 Autor: Juliane Kehr RSS Feed

Live-Bericht: So war es beim Iceland Airwaves Festival

News 29348

Foto: Marcus Getta

Das Iceland Airwaves Festival hat unsere Autorin Anfang des Monats als außergewöhnliches Event erlebt, das nicht nur mit einer atemberaubenden Symbiose aus Urbanität und Naturkulisse begeistert, sondern auch erfolgreich eines der vielfältigsten Line-ups des Jahres präsentiert. Tickets für 2019 sind bereits erhältlich - und derzeit noch zum günstigeren Super-Early-Bird-Tarif zu bekommen.

Auf dem Weg vom Flughafen zum Iceland Airwaves in die Hauptstadt Reykjavik peitscht der Wind mit wildem Tosen feine Regensplitter gegen die Scheiben des Busses. Entlang der Straße erstreckt sich eine karge, einzigartige Mondlandschaft aus scharfkantigem, dunklem Gestein. Kaum vorstellbar, dass nur 40 Kilometer entfernt knapp 200 Künstler aus 30 verschiedenen Ländern in den kommenden vier Tagen die Clubs, Bars und Museen mit Musik füllen werden.

Am Donnerstagabend tritt Nadine Shah im Gamla Bíó auf, einem seit 1926 bestehenden kleinen Konzertsaal, und liefert eine starke Performance auf dem Fundament der politischen Texte ihres aktuellen Albums Holiday Destination. Songs wie "Yes Men" stehen ganz im Zeichen eines wichtigen Aspekts des Festivals – der Gleichberechtigung. Island ist hier seit Jahren Vorreiter und löst schon mit der diesjährigen Ausgabe des Festivals das für 2022 angesetzte Ziel der Key-Change-Initiative ein, eine Geschlechterbalance von 50 zu 50 in Festival-Line-ups zu erreichen. Im Zeichen dieses Fortschritts ist die PRS Foundation, die die Initiative ins Leben gerufen hat, mit Vorträgen und Konferenzen Teil des Festival-Programms. Auf Konzerthighlights wie Snail Mail, Mammút oder Blood Orange stößt man, indem man sich einfach von der durch die Straßen hallenden Musik von einer Location zur nächsten treiben lässt.

Ein außergewöhnliches Heimspiel liefern am Freitagabend Agent Fresco, mit ihrem intensiven Mix aus Metal und Post-Rock. Sänger Arnór Dan Arnarson genießt es sichtlich, auf das Festival zurückzukehren, auf dem die Band zehn Jahre zuvor als Newcomer ihre Karriere begann, und kündigt gleich noch neue Musik für das kommende Jahr an, bevor er sich zum Finale ins Publikum stürzt. Am Nachmittag zuvor findet im sinnlich duftenden Fischer-Store, dem Heilkräuterladen von Sigúr Ros-Sänger Jónsi und seinen Schwestern, die Record-Release-Party einer eigens für die Kräuterdüfte kreierten Sound-Compilation statt, die verdeutlicht, wie sehr die Natur auf der Vulkaninsel alles bestimmt. Die heilsame Einsicht, dass nicht der Mensch hier die Oberhand hat, setzt dann auch sofort ein, wenn man sich zwischen den Konzerten an den vor Reykjaviks Hausberg Esja rauschenden petrolfarbenen Atlantik oder im Anschluss an das Iceland Airwaves hinaus ins wilde Herz des Landes begibt.

2019 findet das Iceland Airwaves vom 6. bis 9. November statt. Super-Early-Bird-Tickets gibt es bereits auf der Festival-Website. Bei Icelandair kann man in Kürze auch komplette Festivalpakete mit Flug, Übernachtung, Frühstück und Festivalpass schon ab 350 Euro buchen. Direktflüge gibt es ab München, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Zürich und 2019 erstmals auch ab Düsseldorf. Wer den Festivaltrip zu einem Urlaub verlängern möchte, nutzt die Option eines Stopover-Flugs nach Nordamerika.

Video: Iceland Airwaves Festival bedankt sich bei allen 2018 Beteiligten

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Kommentare (1)

Avatar von tom174 tom174 28.11.2018 | 10:21

Bin in den letzten drei Jahren auch auf dem Festival gewesen, dieses Jahr allerdings nicht.
Die ersten beiden Male war ich auch sehr begeistert, letztes Jahr dann etwas ernüchtert. Wir sind insbesondere am Wochenende Abends wegen Überfüllung nicht mehr in irgendeine Venue hereingekommen. Man hat also viel Geld gezahlt und recht wenig gesehen.
Außerdem haben wir teilweise eine eher negative Stimmung der Einheimischen gegenüber den Festivaltouristen wahrgenommen. Weiterhin hatten wir erlebt, dass wir vor einer Venue wegen Einlassstop Schlange standen und Einheimische hingegen einfach durchgewunken wurden.
Man hatte den Eindruck das die Isländer bevorzugt wurden und man als Tourist nur "gemolken" wurde. Zudem erschien es auch, als wären zu viele Tickets verkauft; die Venues konntendie Masse an Besuchern gar nicht aufnehmen.
Ich gehe davon aus, dass der Verfasser/die Verfasserin des Artikels akkreditiert war und persönlich keine derartigen Probleme hatte. Aber vielleicht wurde irgendetwas in der Richtung wahrgenommen!?

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