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29.11.2017 | 15:09 6 Autor: Gerrit Köppl RSS Feed

Fjørt rufen in VISIONS 297 zu mehr Miteinander auf

News 27756Schon auf Fjørts zweitem Album "Kontakt" ging es - dem Titel entsprechend - um die ausbleibende direkte Kommunikation zwischen den Menschen. Seitdem ist die Gesellschaft nur noch weiter auseinandergedriftet. Das hat die neue Platte "Couleur" geprägt - doch die Aachener haben noch Hoffnung.

Es sind ganz einfache Beobachtungen aus dem Alltag, die Fjørt zum Nachdenken angeregt haben. Gitarrist Chris Hell, Bassist David Frings und Schlagzeuger Frank Schophaus finden anschauliche Beispiele dafür, dass ein freundliches Miteinander immer seltener zustande kommt. "Du siehst das auch im Straßenverkehr", meint Schophaus. "Im Auto sitzen die Leute in ihrem eigenen Raum, sind angespannt, wollen der Erste und der Schnellste sein." – "...und fluchen andere Menschen an, die nur drei Meter entfernt in einem anderen Auto sitzen", fügt Hell hinzu. Frings fasst zusammen: "Es reicht also ein Metallgehäuse um dich herum und eine dadurch kreierte Anonymität, um jemand anderem den Mittelfinger zu zeigen, zu schreien, zu brüllen und ihn niederzumachen."

Diese Verrohung, diese schnelle Vorverurteilung von anderen und der zunehmende Fokus auf das Ich sind kleinteilige Auslöser für das Kippen des gesellschaftlichen Klimas. Und am Ende wirkt sich das auch auf die Politik aus. Das war schon Anfang 2016 so, als "Kontakt" erschienen war, und führte zum Song "Paroli", in dem die sonst eher kryptisch textenden Fjørt klare Worte gegen den Rechtsruck finden. Auf "Couleur" werden die drei Musiker um ein Vielfaches direkter, wütender - doch auch hoffnungsvoller. Beim Interview in Aachen meint Frings: "Wenn wir uns hier im Café an einem Tisch gegenübersitzen, dann gehen wir automatisch aufeinander zu. Wenn dir was fehlt, dann geben wir ab. Ich glaube, dieses Grundempfinden steckt in jedem."

Inwiefern sich Fjørt jedoch auch selbstkritisch gegenüberstehen, wie die lokale Musikszene Aachens sie auch menschlich zu denen gemacht hat, die sie sind und weshalb sich das Trio auf keinen Fall als politische Band bezeichnen würde, erfahrt ihr in unserer Geschichte zur Band in VISIONS 297 - ab dem 1. Dezember am Kiosk.

Exklusive Heftbeilage: Alle Tracks aus der Hotelsession im Hotel Waldlust, mit der Fjørt ihr neues Album angekündigt hatten, auf CD!

Wer die Band live erleben möchte, hat ab Januar die Gelegenheit: Nach den Releaseshows im Münsteraner Gleis 22 kommt die Band auf ausgedehnte und von VISIONS präsentierte Tour durch Deutschland und Österreich. Karten gibt es bei Eventim.

VISIONS empfiehlt:
Fjørt

18.01. Münster - Gleis 22
19.01. Münster - Gleis 22 | ausverkauft
20.01. Hannover - Musikzentrum
21.01. Berlin - Lido
22.01. Dresden - Beatpol
23.01. Leipzig - Werk 2
24.01. Wien - Chelsea
25.01. München - Strom
26.01. Stuttgart - Universum
27.01. Saarbrücken - JUZ Försterstraße
28.01. Wiesbaden - Kesselhaus
29.01. Köln - Gebäude 9 | ausverkauft
30.01. Hamburg - Knust

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Kommentare (6)

Avatar von roland21 roland21 29.11.2017 | 16:38

Heutzutage hält sich wohl echt jede Band für eine Art repräsentatives politisches Sprachrohr. Nicht das ich die inhaltliche Message nicht unterstützen würde. Aber was glauben die Burschen eigentlich wieviel Gewicht deren meinung hat. Fjort rufen auf zu... Das ich nicht lache. Wer sind Fjort? Ein Mick Jagger oder ein Bono können sich derartige weltverbesserungsattituden erlauben, ohne dabei peinlich zu wirken. Den deren Stimme findet tatsächlich gehör. Denn sie repräsentieren Persönlichkeiten denen man aufgrund ihrer tatsächlichen Popularität auch zu hört. Ich bin weder Fan von Jagger noch von Bono. Will einfach nur sagen, das diese Gutmenschattitüden letztlich doch nur dem Selbstzweck derer dienen, die sie äußern. Sich politisch zu positionieren, ist eben auch nur eine Masche, die dazu dient, eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen, um PLatten und Konzerttickets, ihrer absolut belanglosen Einheitsbrei Musik, an den Mann zu bringen. Kotz!

Avatar von mick the quick mick the quick 29.11.2017 | 18:52

Wenn dem doch mal so wäre, dass Musiker eine Statement zur gesellschaftlichen Lage der Nation abgeben würden aber aktuell zeichnet sich unsere nationale Musikerelite durch Belanglosigkeit aus. Hört man sich die Texte von Fjørt genau an, sind es vorwiegend gesellschaftskritische Texte, neben einem klaren politischen Statement. Wie auch immer, man muss die Musik, Texte und die Band nicht mögen aber genauso wenig muss man einen so respektlosen Kommentar abgeben wie du roland21.

Avatar von roland21 roland21 29.11.2017 | 19:57

Müssen tut man das nicht. Aber man kann :-)

Avatar von Oliver Scholl Oliver Scholl 01.12.2017 | 12:32

Wow, roland21, Ihr Kommentar hat 1-A-AfD-Wähler Niveau. Sie sprechen in Bezug auf eine mehr als innovative Band wie Fjort von belangloser Einheitsbrei-Musik und werfen dann Bono und Jagger in die Waagschale?! Fjort haben es mit Sicherheit nicht nötig, irgendjemanden zu "überzeugen" und denken dabei bestimmt auch nicht an Plattenverkäufe oder gut besuchte Konzerte. Insbesondere David Frings vertritt/vertrat diese Einstellung auch bei seinen anderen/ehemaligen Bands Adam Angst, Kosslowski und Longing for Tomorrow. Aber was bemühe ich mich - die Verwendung des Unwortes "Gutmensch" und der Kommentar insgesamt lassen nicht gerade darauf schließen, dass der Verfasser das verstehen kann oder will.

Avatar von roland21 roland21 01.12.2017 | 15:43

Ist doch immer wieder amüsant, wie schnell man Leute reizen kann. Und dieses AFD gelaber ist auch so eine Polit-Attitüde. Ich wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass mich dieses permanente Selbstinszenierung mittels politischer Einastelungen langsam nervt.
Das die Visionsleserschaft nichts von Musk versteht und Bands wie Fjort fiert wundert mich nicht. Ich habe das Magazin in meiner Jugend gelesen. Dehalb lande ich immer wieder mal hier, zumal ich die täglichen News immer ganz nett finde. Aber grundsätzlich bin ich aus dem Alter heraus gewachsen, in dem ich phallisches Gitarrengewichse noch als hochwertige Musik bezeichnen würde. Wie dem auch sei. Amsüsant, amsüsant sind sie. Die Reaktionen. AFDler :-)Das ist so ne billige Klsichenkeule. "Uhm, da hat jemand die politische Gutmensch Attitüde hintefragt, dass man ein Nazi sein". Ja nee, ist klar.

Avatar von roland21 roland21 01.12.2017 | 15:45

Sorry für die Rechtschreibung. Passiert immer wenn man fix auf der tastatur unterwegs ist. Und man nicht Korrektur ließt, bewvor man auf absenden drückt.

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