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27.11.2017 | 10:00 1 Autor: Martin Burger RSS Feed

Roger-Waters-Konzert in Köln: WDR zieht Präsentation zurück

News 27741Roger Waters' Engagement für die Kampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) zur wirtschaftlichen und kulturellen Isolierung Israels hat erste Auswirkungen auf seine Shows: Wegen der Petition einer Bürgerin hat der ehemalige Präsentator WDR sich vom Konzert in Köln distanziert.

Update: Mittlerweile haben auch der SWR und der BR ihre Zusammenarbeit mit Waters' Konzertveranstalter für die Shows im süddeutschen Raum aufgekündigt.

Immer wieder zieht Roger Waters Aufmerksamkeit auf sich, indem er öffentliche Gefechte mit anderen Musikern austrägt, die in Israel auftreten wollen. Er und verschiedene Mitstreiter, darunter Regisseur Ken Loach, Thurston Moore und Brian Eno, forderten bereits Radiohead auf, das Land wegen seiner Politik gegenüber den Palästinensern nicht mehr zu betouren, und auch Nick Cave sah sich erst kürzlich im Rechtfertigungszwang. Kritiker werfen BDS und auch Waters persönlich Antisemitismus vor.

Eine Petition der Kölnerin Malca Goldstein-Wolf hat nun dafür gesorgt, dass Waters' Haltung zumindest beim WDR Konsequenzen hat. Am 11. Juni 2018 wird der ehemalige Kopf von Pink Floyd in der Kölner Lanxess-Arena auftreten. Goldstein-Wolf nahm das zum Anlass, dem WDR-Intendanten Tom Buhrow zu schreiben. "Es schockiert mich zutiefst, dass WDR4 das Kölner Konzert des BDS-Aktivisten und leidenschaftlichen Antisemiten Roger Waters präsentiert", formulierte sie. "ARD und SWR subventionieren Waters' Konzerte (als ebenfalls öffentlich-rechtliche Sender) in anderen bundesdeutschen Städten. [...] Während seiner Konzerte lässt Waters Ballons in Schweineform (!), auf denen ein Davidstern abgebildet ist, aufsteigen und fordert seine Fans zum Boykott israelischer Produkte auf. Will der WDR tatsächlich das neue 'Kauft nicht bei Juden' unterstützen? Und dann auch noch mit öffentlich-rechtlichen Mitteln?"

Zwei Wochen nach Start der Petition, die mittlerweile 1525 Unterstützer zählt (Stand: 27. November), reagierte Buhrow. "Ich spüre, dass nicht viele Worte und Argumente Sie überzeugen werden", schrieb er in einer Email an Goldstein-Wolf, "sondern nur eine eindeutige Handlung. Deshalb komme ich ihrer Bitte nach: Die Zusammenarbeit für das Konzert ist beendet." WDR4 hat sämtliche Werbung für das Konzert der "Us+Them"-Tour von seiner Webpräsenz entfernt. Goldstein-Wolf zeigte sich in einem Interview überrascht, aber zufrieden und wendet sich nun an den SWR, der ebenfalls Waters-Shows präsentiert: "Ich habe nicht mit dieser Aussage gerechnet. Herr Buhrow hat Tacheles geredet. Ich hoffe, der SWR ändert nun auch seine Haltung."

Waters' aktuelles Album "Is This The Life We Really Want?" war im Juni veröffentlicht worden.

Live: Roger Waters

14.05. Hamburg - Barclaycard Arena
16.05. Wien - Stadthalle
02.06. Berlin - Mercedes-Benz Arena
04.06. Mannheim - SAP-Arena
11.06. Köln - Lanxess Arena
13.06. München - Olympiahalle

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Kommentare (1)

Avatar von Oliver Scholl Oliver Scholl 01.12.2017 | 10:56

Hat die Gute wohl nicht gerafft, dass Buhrow Ihr mit dem Satzbeginn: "Ich spüre, dass nicht viele Worte und Argumente Sie überzeugen werden" ordentlich und absolut zurecht vor den Karren gesch..... hat. Na ja, was will man bei Ihrer "Argumentation" auch anderes erwarten.

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