Zur mobilen Seite wechseln
15.04.2013 | 12:45 1 Autor: Philipp Lichtmess RSS Feed

Brian Cook - Vier Gründe für Illegalität

News 18450In seinem Blog "Bubbles&Gutz" thematisiert Brian Cook, Musikjournalist und Bassist von Russian Circles, die scheinbar nie enden wollende Pro-Contra-Diskussion über Musikpiraterie.

Hier und da ließ Brian Cook seine Meinung über das illegale Herunterladen von Musik bereits in Interviews durchscheinen - die von der New Yorker Band Ghost Beach umgesetzte Idee, eine riesengroße Werbefläche auf dem Times Square als Anstoß zur Diskussion über Musikpiraterie zu nutzen, bewegte Cook nun zu einem ausführlichen Statement.

In seinem Text erklärt Cook, dass er Musik "gestohlen" habe: "Besonders seit Mediafire und Rapidshare so gut wie raus aus dem Rennen sind, tue ich es heutzutage immer seltener." Trotzdem hat Cook laut eigener Aussage immer noch genug illegal heruntergeladene Musik auf seinem MP3-Player, die er aber in vier Kategorien unterteilt, die das Nichtbezahlen für ihn rechtfertigen: "Erstens: Musik, die ich bereits auf Vinyl besitzt habe und zu faul war, sie ins MP3-Format zu konvertieren, zweitens: Musik, die nicht mehr gepresst wird und nirgends erhältlich ist, drittens: Musik, die ich für das Schreiben eines Artikels brauchte, viertens: Musik, die mir von einem Freund empfohlen wurde und die ich erstmal hören wollte bevor ich sie kaufe."

Was für Cook das eigentliche Problem an der Sache ist, sind die Leute, die glauben, "man müsse für gar nichts mehr bezahlen" und würde "dem Künstler zu großer Bekanntheit verhelfen". Dieses Argument sei seiner Meinung nach nicht nachvollziehbar, wenn man sich das zahllose Sterben der unabhängigen Plattenläden anschaut. Gleichgültigkeit gegenüber Plattenverkäufen können sich laut Cook nur Bands wie die Foo Fighters oder Radiohead leisten, die "die größte Mehrheit ihres Einkommens auf Tour einfahren ... sie sind mehr damit beschäftigt, ihre Fans glücklich zu machen, als sich um Verkaufszahlen zu sorgen." Dennoch kennt er einige Leute, die immernoch für gute Musik bezahlen und macht daran fest, dass die meisten Menschen einfach "genug vom alten Geschäftsmodell haben". Abschließend gilt für den Russian-Circles-Bassisten "Du willst deine Musik mit Freunden teilen? Du willst etwas antesten, bevor du es kaufst? Das kannst du auf alle Fälle machen. Solange du immernoch anerkennst, dass du eine Gegenleistung erbringen musst", so Cook.

Hier gibt es den vollständigen Blogeintrag, in dem Brian Cook außerdem noch erzählt, wie er sich in der achten Klasse die Dead-Kennedys-Kassette "In God We Trust" kaufte, die dieses Thema bereits an Bord hatte.

Mehr zu...

Kommentare (1)

Avatar von BLUES BLUES 15.04.2013 | 16:48

Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Wenn mir bspw. ein Album gefällt, ist es mir eine große Freude nicht nur die MP3s zu besitzen. Die Original CD zu haben, stellt einfach einen Mehrwert dar, den ich gerne bezahle. Ich freu mich manchmal sogar so sehr über die Musik, dass ich schon überlegt habe einfach noch etwas zu spenden, als Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung. Das Fehlen solcher Überlegungen, bei relativ vielen Menschen, ist natürlich traurig. Sicherlich liegt es in der Natur jedes Lebewesens mit möglichst geringem Aufwand, ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen. Doch wenn dies (in diesem Fall) nicht mit dem Einverständnis des Anbieters passiert, nennt man das Diebstahl. Jedoch sollte es auch im Interesse des Anbieters sein, den Bedürfnissen seiner Kunden entgegen zu kommen und ihn nicht einfach nur zu kriminalisieren. Mit sozialer Verantwortung hat auch das nicht viel zu tun. Genauso falsch ist es jedoch, vielleicht noch Jemanden dazu zu zwingen etwas zu bezahlen, was er dergestalt nicht haben möchte.
Vielleicht hat das Sterben der Indie-Label ja auch etwas mit gesamt-wirtschaftlichen Situation zu tun...
Im übrigen ist es statistisch erwiesen das (im Durchschnitt) Menschen die illegal Musik laden, trotzdem mehr Geld für Musik ausgeben, als Menschen die nur legal downloaden.

Bitte einloggen, wenn du diese News kommentieren möchtest.